Vereine übernehmen Dreschschuppen in Frankenhain und verhindern so Abriss

Schmucklos: Bei dem Dreschschuppen geht es den Vereinen vor allem darum, etwas historisch Gewachsenes nicht einfach verschwinden zu lassen. Foto:  Wüstefeld

Frankenhain. Er zählt nicht zu den hübschesten Gebäuden in Frankenhain, und dennoch hängt das Herz der Einwohner aus dem Berkataler Ortsteil daran: Der Dreschschuppen direkt neben dem Spielplatz soll deshalb erhalten bleiben. Möglich macht das ein Zusammenschluss der Vereine.

Denen war vonseiten der Gemeinde ein Vorkaufsrecht angeboten worden. Die wollte das sanierungsbedürftige Gebäude eigentlich abreißen lassen, weil sie dafür keine Verwendung mehr hatte. 11 000 Euro hätte das gekostet – Geld, dass nun den Vereinen zugeschrieben wird, die den Schuppen damit wieder instand setzen wollen.

„Wenn das Gebäude abgerissen wird, verschwindet damit auch etwas historisch Gewachsenes“, erklärt Bernd Müller die Ambition der Vereine, sich des baufälligen Schuppens anzunehmen. Zudem werden in absehbarer Zukunft wohl keine weiteren Räumlichkeiten zur Verfügung „in diesem Kosten-Nutzen-Verhältnis“ stehen.

Vor allem als Unterstellmöglichkeit soll der in Zukunft dienen, „darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche Nutzungspläne und Gedanken, die noch reifen müssen“. So sei zum Beispiel denkbar, dass dort auch Gegenstände, die der Allgemeinheit von Bürgern gespendet wurden, überwintern können. „Ruhebänke zum Beispiel müssen jetzt bei jeder Witterung draußen stehen bleiben“, veranschaulicht Müller. Auch eine Art Werkstatt sei denkbar.

Der Dreschschuppen ist Ende der zwanziger Jahre gebaut worden. Zu diesem Zeitpunkt haben sich einige Bauern zu einer Dreschgenossenschaft zusammengeschlossen, um eine Dreschmaschine anzuschaffen, gibt Müller einen Einblick in die Historie. Gebaut worden ist für diese der Schuppen: Im Winter wurden dort Dreschmaschine und Lokomobile untergestellt und im Sommer konnten die Bauern, die aus Platzmangel auf den eigenen Höfen und Scheunen nicht dreschen konnten, diesen Platz benutzen.

In jüngerer Vergangenheit wurde das Gebäude dann als Gemeindebauhof genutzt, seit 2012 aber steht er leer. Um diesen Zustand wieder zu ändern, „befinden wir uns nun in der Gründungsphase des Fördervereins zum Erhalt des Dreschschuppens“, erklärt Müller.

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