Acht Paare nisten zurzeit in Frankershausen

So viele Turmfalken wie noch nie

Frankershausen. So viele Turmfalken wie noch nie gibt es derzeit in Frankershausen. Die Vögel erwarten jeden Moment Nachwuchs und haben sich in einigen Giebeln ein Nest gebaut.

Ruhig sitzt der Turmfalke auf dem Schornstein und beobachtet das gegenüberliegende Gebäude. Dort ist im Giebel eine kleine runde Öffnung, in die sich sein Weibchen zurückgezogen hat - das gerade brütet. „Diese Szenen lassen sich gerade oft in Frankershausen beobachten“, sagt Fritz Schindewolf aus dem Ort. Zwar gebe es dort schon seit Jahren immer wieder diese Falkenart, „in diesem Jahr haben wir aber so viele wie noch nie“.

Einen Grund kennt Schindewolf nicht, der von seinem Haus aus eines der Pärchen beobachten kann. „Aber hier gibt es momentan viele Mäuse, vielleicht ist das ausschlaggebend.“ Im Umkreis von 500 Metern um den Anger hat er bisher acht Pärchen gezählt. Die Weibchen würde man selten sehen, die würden höchstens eine kurze Runde drehen und sofort wieder zurückfliegen. „Die Nester dürfen auch nicht länger als vier, fünf Stunden allein bleiben, sonst hat sich das mit dem Nachwuchs erledigt“, erklärt Schindewolf, der sich aufgrund seiner neuen Nachbarn schlau gemacht hat über Europas häufigste Falkenart.

Die etwa taubengroßen Vögel kommen immer ab Mitte März und suchen sich ein Plätzchen. In diesem Jahr haben sich drei Männchen um den Platz gegenüber von Schindewolfs Haus gestritten, „das war schon ziemlich laut“, erinnert sich der Rentner. Auch im Kirchturm nisten schon seit gut acht Jahren immer wieder Paare, in diesem Jahr sind es sogar zwei. „Und bekanntermaßen ist es dort ja auch laut“, sagt Schindewolf und spielt damit auf die Baustelle an, die sich fast vor seiner Haustür befindet, weil die Berkabrücke erneuert werden soll.

Weil im Haus nebenan aber ebenfalls gebrütet wird, ruhen die Arbeiten derzeit (wir berichteten). „Durch die Erschütterungen wegen der Bauarbeiten könnte das Haus in Mitleidenschaft gezogen werden, deshalb soll das durch eine Balkenkonstruktion verhindert werden - und diese Arbeiten sind es, die das Paar stören könnten.“ Das sei zumindest die Aussage der Oberen Naturschutzbehörde, die Hessen Mobil als Bauherren die weiteren Arbeiten untersagt hat, bis die jungen Falken geschlüpft sind und die Mutter anfängt, diese mitzufüttern. „Aber wie gesagt, die Paare im Kirchturm lassen sich von dem Lärm auch nicht abschrecken.“

Bei Hessen Mobil wartet man derzeit auf grünes Licht zum Weiterbau. Vor dem Nest seien Kameras angebracht worden, damit gesehen wird, wann die Mutter mit dem Füttern beginnt. „Noch aber gibt es diese Information nicht“, hieß es gestern bei Hessen Mobil. Erst wenn die Arbeiten fortgesetzt werden können, lasse sich sagen, ob die Brücke noch vor dem Winter fertiggestellt wird. Eigentlich war das für Ende September vorgesehen.

Von Constanze Wüstefeld

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