Zweckverband Werra-Meißner feiert 20-jähriges Bestehen – Schwieriger Start und Klagewelle

Vorreiter in der Abfallwirtschaft

Freuen sich über das 20-jährige Bestehen des Zweckverbands Abfallwirtschaft: Mitglieder und Unterstützer des Verbandes . Foto:  Wüstefeld

Weidenhausen/Abterode. Es war ein schwieriger Start, den der Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis vor 20 Jahren hingelegt hat: Mit seiner ersten Abfall- und Gebührensatzung stiegen die Deponiegebühren um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu denen, die vorher von den Städten und Gemeinden erhoben wurden.

Begründet wurde dieser Schritt mit der Verbandsgründung - geerntet wurde eine Klagewelle bis vor das Hessische Verwaltungsgericht und die Forderung nach einer sofortigen Auflösung des Verbandes.

„Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass das Gott sei Dank nicht umgesetzt wurde“, sagte Verbandsvorsitzender Jürgen Herwig bei einer kleinen Feierstunde, der gut 30 Unterstützer beiwohnten. Denn heute gilt der Verband mit seinem System als Vorreiter einer modernen Abfallwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis.

Mit dem 2001 eingeführten Identsystem, bei dem über einen elektronischen Chip die Leerungen der einzelnen Abfallgefäße gezählt werden, konnten die Gebühren kontinuierlich gesenkt werden. „Die Vorteile dieses Systems sind unbestritten“, sagt Herwig, der das Amt seit drei Jahren innehat. Zustimmung erhielt er von dem Landtagsabgeordneten Dieter Franz, der von Beginn an Vorsitzender der Verbandsversammlung ist.

„Mittlerweile verarbeitet die Anlage mehr als 200 000 Tonnen Hausmüll und Gewerbeabfälle im Jahr“, sagt Herwig, „der Zweckverband ist damit ein bedeutendes Unternehmen in der Region.“ Lediglich Eschwege, Witzenhausen und Sontra seien ihm bislang nicht beigetreten.

Ein paar Aufgaben an den Zweckverband haben sie trotzdem abgegeben: zum Beispiel die Bioabfallverwertung. Seit April 2015 wird dieser in der Vergärungs-und Kompostierungsanlage in Lohfelden im Landkreis Kassel verwertet.

„Ich weiß nicht, ob ich mich auch heute noch so engagieren könnte, wenn die gleichen Schwierigkeiten wie vor 20 Jahren auftreten würden“, sagte Geschäftsführer Matthias Wenderoth. Stolz auf seine Arbeit ist er aber allemal - und freut sich auf die kommenden Jahre des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Werra-Meißner.

Von Constanze Wüstefeld

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