Schaf schafft Landschaft

Wollpellets als natürlicher Dünger - Produkt aus der Region kommt auf den Markt

Pellets aus Wolle als Pflanzendünger: von links Dr. Sabine Budde (Geo-Naturpark Frau-Holle-Land), Tim und Sarah Sußebach mit den Kindern Vincent und Carlotta sowie Marco Lenarduzzi (Geschäftsführer Geo-Naturpark Frau Holle-Land).
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Pellets aus Wolle als Pflanzendünger: von links Dr. Sabine Budde (Geo-Naturpark Frau-Holle-Land), Tim und Sarah Sußebach mit den Kindern Vincent und Carlotta sowie Marco Lenarduzzi (Geschäftsführer Geo-Naturpark Frau Holle-Land).

Einen ökologischen Pflanzendünger hat der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land jetzt in sein Angebot aufgenommen.

Germerode/Ellingerode – Die Schafwolle wird hoch erhitzt, zerkleinert und anschließend gepresst. Am Ende kommen kleine Pellets aus der Maschine, die zum Düngen von Balkonpflanzen, Gemüse und Gehölzen genutzt werden können. „Sie sind ein idealer Langzeitdünger, weil sie Wasser speichern und ohne Chemikalien hergestellt werden“, erklärt Dr. Sabine Budde vom Geo-Naturpark.

Wir hoffen, dass es gut angenommen wird.

Dr. Sabine Budde vom Geo-Naturpark

Der neue natürliche Dünger unter dem Namen „Holles Schaf“ kommt aus dem Werra-Meißner-Kreis und ist Teil einer Reihe von Naturprodukten aus dem Frau-Holle-Land. Unterstützt und gefördert werden die Produkte, wie die Wollpellets, vom Geo-Naturpark. Ziel ist es, unter dem Titel „Schaf schafft Landschaft“ die Rahmenbedingungen für Schäfereibetriebe zu verbessern.

Die Wollpellets sind das neueste Projekt des Naturparks und gehen nun in die Testphase, so Budde. „Wir hoffen, dass es gut angenommen wird.“ Das wäre nämlich der Startschuss für eine Ausweitung der Produktion. Die findet in der Testphase noch in einer Pelletieranlage in Westfalen statt, so Budde. Langfristig solle dies aber auch vor Ort passieren.

Da sei man schon dran und überprüfe aktuell die Machbarkeit. Die Wolle für den Testlauf lieferte Familie Sußebach aus Ellingerode bei Witzenhausen. „Vor Jahren haben wir selbst über eine Pelletiermaschine nachgedacht“, sagt Sarah Sußebach. Doch die sei mit Anschaffungskosten ab 80 000 Euro für einen Schäfereibetrieb einfach zu teuer, ergänzt ihr Mann Tim.

Wolle hatten die Sußebachs hingegen genug. Denn auf dem Markt sei es schwierig, für das Naturprodukt auch einen Preis zu erzielen, der dem Wert gerecht werde – es sei denn, es handele sich um die Wolle von Merinoschafen. Das sieht auch Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks, so. Ziel sei deshalb, dass durch „Schaf schafft Landschaft“ möglichst viel Geld bei den Schäfern hängen bleibe.

Von den Sußebachs nahm der Geo-Naturpark insgesamt 750 Kilo ab. Entstanden sind daraus 720 Päckchen, je ein Kilogramm. Eines der Päckchen kostet zwölf Euro. Preislich sei es vergleichbar mit anderen chemiefreien Düngern, erklärt Budde. Doch die Wollpellets hätten einen großen Vorteil. Sie speichern Wasser. Das könnten die Naturdünger Horngrieß und Hornspäne zum Beispiel nicht leisten.

Die Schafwolle sei zudem ein Wertstoff, der immer wieder anfalle, wie auch Tim Sußebach erklärt. Derzeit hat er knapp 600 Schafe und Lämmer, die von insgesamt vier Hütehunden beschützt werden. Er ist froh über den Vorstoß des Geo-Naturparks und die neue Produktlinie.

Zu kaufen gibt es die Wollpellets übrigens schon: Tina´s Blumengarten (Eschwege - Niederhone), Sandrock Tier und Garten (Eschwege - Oberhone), Gärtnerei Skupio (Eschwege – Oberhone und Wochenmarkt), Blumenland Decke (Wehretal-Reichensachsen), Baumschule Walter (Sontra - Wichmannshausen), Blumen Kulle (Witzenhausen), Hof Kindervatter (Witzenhausen), Schäferei Sußebach (Witzenhausen - Ellingerode), Gasthaus zur Linde/ Hofladen (BSA - Kleinvach), Der Teichhof (Ringgau - Grandenborn), 2 Rad Rabe Motorgeräte GmbH (Wanfried), Naturalia Naturkost (Göttingen Zentrum, Kurze Straße 17).

Von Hanna Maiterth

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