Kommunalwahl 2016

Berkatals Ziel: Eigenständig bleiben

Berkatal. Am 6. März werden die neuen Kommunalparlamente in Hessen gewählt. Die Werra-Rundschau wird in den kommenden Ausgaben bis zur Wahl alle Städte und Gemeinden des Altkreises vorstellen. Heute: Berkatal.

Es ist ein Thema, das Bürgermeister Friedel Lenze des Öfteren umgetrieben hat in den vergangenen Monaten: die Eigenständigkeit seiner Gemeinde. Denn durch verschiedene Vorgaben des Landes Hessen sieht er die in Gefahr, „ich habe das Gefühl, dass man kleine Gemeinden ausradieren möchte und stattdessen große will“, sagt der 48-jährige Amtsinhaber.

Die Analyse von WR-Redakteurin Constanze Wüstefeld

Das möchte er jedoch verhindern: Um die Eigenständigkeit seines Hoheitsgebietes zu wahren, wird es in einigen Bereichen Zusammenschlüsse mit anderen Kommunen geben, wie zum Beispiel bei der Gemeindekasse mit Meißner. In diesem Bereich werden die Mitarbeiter jetzt etwas entlastet, in anderen werden sie wie aber auch die Gemeindevertreter stark gefordert. „Es wird immer mehr, in das sich die Ehrenamtlichen einlesen müssen, das ist schon nicht immer einfach“, sagt Bürgermeister Lenze.

In Berkatal sieht er durchaus noch Potenzial: zum Beispiel im touristischen Bereich. „Das haben mittlerweile alle Gemeindevertreter erkannt, sodass wir da auf einem guten Weg sind.“ Geplant sei zum Beispiel ein Mühlenwanderweg, und auch der Abenteuerspielplatz am Ortseingang aus Richtung Albungen solle noch ausgebaut werden. „Der liegt direkt am Waldradweg und ist nicht nur für die Einheimischen ein schönes Ziel.“

Kirche und Linde in Hitzerode.

Gut haben es die Berkataler auch hinsichtlich der Arbeitsplätze: Dutzende Betriebe, die meisten im Handwerksbereich, sind in den Ortsteilen angesiedelt und bringen der Bevölkerung Arbeitsplätze und der Kommune Geld in die Kasse. Die hohe Anzahl sei historisch bedingt, sagt Lenze. Um die Betriebe zu halten, sei auch wie schon in der zurückliegenden Legislaturperiode die Bauleitplanung geändert worden, damit sich Betriebe erweitern können - und möglicherweise neue hinzukommen: „Wir haben zum Beispiel zwischen Frankershausen und Hitzerode schon Leerrohre verlegen lassen, damit der Breitbandausbau kommen kann“, sagt Lenze. Denn ein schnelles Internet sei sowohl für große Firmen als auch für Menschen, die von zuhause aus arbeiten, enorm wichtig.

Ein großes Thema in Berkatal war auch der Kindergarten in Frankershausen: Schon vor der Einführung des Kinderförderungsgesetzes (KiFöG), das die unter Dreijährigen im Blick hat, habe man die Öffnungszeiten erweitert und ein Angebot für die Kleinsten geschaffen. „Das ist in Hessen zwar noch nicht so gut ausgebaut wie in Bayern, aber immerhin“, scherzt der 48-Jährige.

Die Hie- und Kripplöcher bei Frankershausen.

Beim Thema Finanzen aber vergeht Lenze das Lachen: Durch den kommunalen Schutzschirm, unter den die Gemeinde geschlüpft ist, sei kaum ein Handlungsspielraum dagewesen, um große Investitionen zu tätigen. „Das Problem ist nur, dass man ohne Geld keine Infrastruktur aufrecht erhalten kann.“



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