100 Dinge, die wir an der Region mögen (8): Besucherbergwerk Grube Gustav

Ein Blick ins Dunkle

Grube Gustav startet in die Saison: Peter Ströhlein (links) zeigt Schwerspalt und Karlheinz Giesen hat das Werkzeug eines Bergarbeiters in der Hand: Bergeisen und Schlegel. Fotos: Kiele

Abterode. Seit über 500 Jahren besteht das Bergwerk in Abterode. Schon im 15. Jahrhundert wurde dort bis zum 19. Jahrhundert Kupferschiefer abgebaut. Seit fast zwanzig Jahren können Besucher in die Vergangenheit schauen und sich ein Bild von der schweren Arbei der Bergarbeiter machen.

An einigen Stellen tropft es im Bergwerk von der Decke. „Das ist das Regenwasser“, erklärt Peter Ströhlein, der Besucher durch das Bergwerk führt. Sieben Tage braucht es, bis es von oben durchsickert.

Mit einem Schlegel und einem Bergeisen haben die Arbeiter damals Kupferschiefer abgebaut. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Schwerspat abgebaut. Dieser wurde zur Herstellung von Fotopapier verwendet und ist Bestandteil des Kontrastmittels bei Röntgenuntersuchungen des Magens.

Die Bergarbeiter haben im Liegen gearbeitet und gingen über Tage recht schief. „Da hat man gesagt: Da kommt ein Krummhals“, erzählt Karlheinz Giesen, der ebenfalls Führungen anbietet. Nur ein kleines Öllichtlein diente den Bergleuten als Lichtquelle. Viele Arbeiter hatten Staublunge, Rheuma oder Skoliose. Frauen und Mädchen durften nicht im Bergwerk arbeiten, denn sie brachten einem Aberglauben nach Unglück.

Glück hatten zwei Bergarbeiter im Jahr 1957. Sie wurden durch einen Bergrutsch in einem Blindschacht eingeschlossen. Nach fünf Tagen konnten sie durch fachtechnisches Bohren gerettet werden.

Besucher laufen 360 Meter durch das Bergwerk und erfahren viele Details von den Führern. 2013 haben 5138 Besucher das Bergwerk besucht, Davon waren mehr als die Hälfte Kinder.

Wer möchte, kann sich nach dem Besuch eine Pause in der angrenzenden Gaststätte gönnen und die Geschichten der Führer Revue passieren lassen.

Von Franziska Kiele

Besucherbergwerk Grube Gustav startet in die Saison

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare