Älteres Ehepaar bekam Mahnbrief einer angeblichen Anwaltskanzlei

Drohungen aus dem Postkasten

Meißner. Das war ein Schreck. als Helga G. am Freitag vergangener Woche die Post reinholte. Darunter befand sich ein Mahnschreiben einer Anwaltskanzlei aus Essen. Angeblich habe sie bereits mehrfach Mahnungen über offene Forderungen aus einer Lotto-Spielgemeinschaft ignoriert und nun würde ein Pfändungsverfahren gegen sie eingeleitet. „Wir spielen noch nicht einmal in einer Lottogemeinschaft“, sagt Helga G.

Stutzig hat der Brief die 73-Jährige schon gemacht, aber auch verunsichert. „Ich hatte den ganzen restlichen Tag Bauchschmerzen.“ Kein Wunder, denn in dem bedrohlich formulierten Brief wird ihr und ihrem Mann Kurt G. „im eigenen Interesse dringend empfohlen, den Betrag zu zahlen“. Zudem ist die Zahlfrist äußerst knapp gesetzt: Datiert ist der Brief auf den 15. Oktober, erhalten hat Helga G. ihn am 19. und bezahlen sollte sie bis zum 24. Oktober.

Gerade Ältere sind unsicher

Sie könne sich gut vorstellen, dass gerade Ältere durch die kurze Frist und den bedrohlichen Text schnell eingeschüchtert sind und einfach zahlen. Zumal es sich mit 136,38 Euro um einen eher geringen Betrag handelt. Bei Verbraucherschützern ist die Masche der angeblichen Kanzlei für Forderungsmanagement Georg Wohlfahrt und Partner aus Essen wohl bekannt - auch dass die Betrüger es meist auf Ältere angesehen haben.

Helga G. hat der Brief ebenfalls verunsichert. „Ich habe zunächst versucht, die Telefonnummer der Kanzlei herauszufinden - denn die ist noch nicht einmal angegeben.“ Doch die Telefonauskunft konnte ihr nicht weiterhelfen, da die Kanzlei bei der angegebenen Adresse in Essen nicht eingetragen ist. „Das ist vermutlich nur eine Briefkastenfirma“, sagt Kurt G. (80). Die beiden haben nun einen Anwalt eingeschaltet.

Bei der Polizeidirektion Werra-Meißner sind solche Abzockerbriefe gut bekannt. „Es kommt immer wieder vor, dass solche Briefe auch in den Postkästen im Werra-Meißner-Kreis landen“, sagt Polizeihauptkommissar Reiner Lingner. Derzeit sei aber kein besonders gehäuftes Auftreten solcher Mahnschreiben zu verzeichnen.

Von Diana Rissmann

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