Imkerverein informiert über Bienenhaltung und bietet Mietvolk

Den eigenen Honig ernten

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Imker Marc Ackermann kontrolliert den Wabenbau bei einem seiner Völker.

Germerode. „Die Bestäubungstätigkeit der Honigbiene ist für den ökologischen Kreislauf überlebenswichtig, schließlich ist sie das wichtigste Bestäubungsinsekt für unsere einheimischen Kultur- und Wildfruchtpflanzen“, erklärt Dieter Böttner, der Vorsitzende des Eschweger Imkervereins.

Der Imkerverein gibt an der Imkerei Interessierten im Wildpark Germerode regelmäßig die Möglichkeit, die Arbeit mit den fleißigen Insekten zu beschnuppern. Am 24. März findet wieder solch eine öffentliche Veranstaltung um 9.30 Uhr im Waldwichtelhaus statt. Das Hauptproblem der Bienenfreunde: Honig ist heutzutage im Überfluss und aus aller Herren Länder preiswert im Supermarkt erhältlich. „Die Bedeutung der Honigbiene schwindet in der Bevölkerung deshalb immer mehr“, sagt Böttner. Den Honig könne man aus dem Ausland importieren, die Bestäubung jedoch nicht, klagt der Imker.

Heimische Natur verarmt wegen fehlender Bestäubung

Eine Honigbiene beim Pollensammeln.

Weil wegen des hohen Honig-Angebotes die Zahl der Imker und ihrer Bienenvölker rückläufig ist, droht unserer Natur die Gefahr, zu verarmen. Als Bestäubungsinsekt ist die Biene für die Fortpflanzung der Kultur-, aber auch der Wildfruchtpflanzen unersetzlich. Der Ertrag von Kulturpflanzen wie Äpfel, Pflaumen und Kirschen wird mit der Mehrfachbestäubung durch die Biene erst lohnenswert. „Eine Obstanlage ohne Bienen geht nicht“, bestätigt auch Karl Katzer. Katzer ist auf dem Obsthof Bausch in Strahlshausen zuständig für die Bienen. Er pflegt dort zehn eigene Bienenvölker. Weitere neun Völker werden von befreundeten Imkern betreut, die ihre Bienen bei Bausch Nektar sammeln lassen.

Zwar gebe es inzwischen die Möglichkeit einer künstlichen Bestäubung, diese sei aber vollkommen unzureichend, erklärt Katzer. Heimische Wildfruchtpflanzen, wie alle Beerensorten, aber auch Raps, Weißdorn und Wildrosen sind auf die sympathischen, gestreiften Honigsammler angewiesen.

Um dem Problem zu begegnen, hat sich der Imkerverein am 24. März etwas Besonderes einfallen lassen. Wer sich für die Imkerei interessiert, kann nach dem Motto „Probe-Imkern: Dieses Jahr ernte ich meinen eigenen Honig“ für ein Jahr ein Bienenvolk samt Ausrüstung mieten.

Unter fachkundiger Anleitung kann man dann seinen eigenen Honig - mindestens 15 Kilogramm - ernten und erste praktische Erfahrungen mit Bienen machen.

Von Wolfram Skupio

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