Gemeinde Germerode legte letzten Baustein zur Renovierung der Kirchenglocken

Schrott für die Glocken

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Freiwillige Helfer sammelten Schrott, um damit die Erneuerung der Kirchenglocken zu finanzieren. Im Container stehend, von links: Hans-Joachim Bauhan, Elmar Wickenträger, Stefan Möller, Honor Locher, Helmut Beck, Gustl Krones. Sitzend, von links: Walter Becker und Pfarrer Jan-Peter Schulze

Germerode. 12 000 Kilogramm Eisenschrott, 250 Kilogramm Edelstahl, 250 Kilogramm Aluminium, 500 Kilogramm Bleibatterien und 250 Kilogramm Buntmetall, außerdem noch Blei, Kabel, Elektromotoren, Transformatoren und Zinn in kleineren Mengen – das ist die Bilanz der Schrott-Sammelaktion, der Kirchengemeinde Germerode, die die freiwilligen Helfer am Dienstag beendet haben.

Der Erlös ist der letzte Baustein für die Renovierung der Glockenanlage der Klosterkirche.

Seit Anfang Mai waren die Gemeindemitglieder im Ort unterwegs, um Schrott einzusammeln. Die gesammelten Altwaren sortierten sie auf den Hinterhof des Pfarramts. „Kernschrott kommt in den einen Container, Schreddermaterial in den anderen“, erklärte Pfarrer Jan-Peter Schulze.

Etwa 3100 Euro für die Glocken sind laut Schulze bei der Aktion zusammengekommen. Damit sei die Renovierung der Glocken nun finanziert, die insgesamt 20 000 Euro koste. Seit gut einem Jahr hatte die Gemeinde mit verschiedenen Aktionen für die Renovierung gesammelt. An den drei Glocken gibt es einiges zu tun.

Zum einen müssen die Joche erneuert werden. So nennt man die Bauteile, an denen die Glocke hängt. „Momentan sind unsere Joche aus Eisen und haben die Form des Buchstaben T“, erklärt Schulze. „Durch das Material kommt es in der Glocke zu einem Missklang.“ Deswegen wolle man jetzt wieder Joche aus Eiche haben. Das sei teurer, aber dafür auch qualitativ hochwertiger.

Außerdem müssen die Klöppel der Glocken erneuert werden. Wichtig ist, dass sich der Klöppel abnutzt, und nicht die Glocke. Deswegen will sich die Gemeinde jetzt neue Klöppel anschaffen, entwickelt nach den Ergebnissen eines speziellen EU-Forschungsprojekts. Die neuen Klöppel bestehen aus einem relativ weichen Stahl.

Elektrik durch Blitz zerstört

Erschwerend hinzu kommt, dass Ende April ein Blitzschlag dafür gesorgt hat, dass die elektrische Anlage beschädigt ist, mit der man die Uhr am Kirchturm und die Glocken steuert. Die Anlage muss folglich erneuert werden. Mit dem Erlös aus mehreren Spendenaktionen sollen die Renovierungen bald begonnen werden.

Von Marc Hörcher

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