"Ich liebe diesen Verein"

Porträt: Stefan Stederoth setzt sich für den SV Adler Weidenhausen ein

Zusammenhalt: „Der SVA ist mehr als ein Verein. Er ist Familie“, sagt Stefan Stederoth (Mitte), hier inmitten der Verbandsligaspieler Patrick Rusch (links) und Martin Silbermann. Foto: Greim

Weidenhausen. Er wirkt fast etwas verlegen, während er über seine Gefühle spricht. Schließlich geht es um Liebe und Leidenschaft. Es ist unübersehbar, dass Stefan Stederoth noch immer unbeschreiblich verliebt ist – seit über zehn Jahren in den Sportverein Adler Weidenhausen.

Und das, obwohl er eigentlich aus Sontra kommt, mit dem Ortsteil der Gemeinde Meißner sonst nie etwas zu tun hatte und auch selbst kein großer Kicker war. Aber früh wurde er vom Adlerfieber angesteckt und bedankt sich bis heute mit ehrenamtlichem Engagement.

Der Beginn der Beziehung, die nach eigener Aussage niemals enden wird, begann im Februar 1999. „Ich habe immer die Spielberichte in der Zeitung gelesen und bin dann einfach mal mit dem Fahrrad hingefahren“, sagt der 31-jährige Verwaltungsfachwirt, der für die Gemeinde Wehretal arbeitet. Die Vielzahl und Begeisterung der Zuschauer beeindruckte ihn, weshalb er dann fast kein Spiel mehr versäumte. Das fiel den Verantwortlichen des SVA auf – und er wurde sofort integriert.

Fortan avancierte er zum Edelfan des SVA und war bei jedem Spiel und bei jeder Feier dabei. „2005 hat der damalige Betreuer aufgehört und ich wurde von Seiten des Teams gefragt, ob ich den Job übernehmen will – ich sei ja sowieso immer dabei.“ Das habe ihn mit Stolz erfüllt, weil er damals erst 22 Jahre alt war. Er zögerte keine Sekunde und wurde ein essenzieller Bestandteil des Teams. Er war für alles zuständig, was zum geregelten Ablauf des Trainings oder der Spiele nötig war. Er war das sogenannte Mädchen für alles, kümmerte sich um die Spielgeräte, Trikots und Leibchen, die Zufriedenheit der Spieler sowie Busse und Verpflegung bei Auswärtsspielen. Doch das war nur der Anfang. Denn Stederoth hatte sich bewährt und seine Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit der Club-Bosse ausgeführt. „Er ist ein prima Kerl, setzt sich immer mit 100 Prozent ein und ist zuverlässig“, sagt der Vorsitzende Ralf Kruse, der weiß, was der SVA dem 31-Jährigen verdankt.

2008 wurde „Stede“, wie er liebevoll genannt wird, als Schriftführer in den Vorstand gewählt, 2009 zog er von Sontra in eine Wohnung direkt neben die Heimspielstätte Chattenloh. Später wurde er Spartenleiter, das ist er auch heute noch. Auch für die redaktionellen Inhalte der Vereinszeitung und der Internetseite ist er seit vielen Jahren zuständig, ist Teammanager der Verbandsligamannschaft und Pressesprecher. Des Weiteren hat er potenzielle Neuzugänge beobachtet, unzählige Gespräche geführt und zahlreiche Akteure von einem Wechsel zu den Adlerträgern überzeugt.

„Aus meinem Engagement für den Adler hat sich eine Lebensaufgabe entwickelt“, sagt er. Das ging einmal sogar so weit, dass er kurz vor dem Ablauf der Transferperiode extra nach Frankfurt gefahren ist, um den Wechselantrag noch fristgerecht einzureichen.

Aber „Stede“ ist ruhiger geworden. Nach der Geburt seiner Zwillinge Marlon und Leonie gab er das Amt des Teambetreuers ab, ist nicht mehr so oft beim Training und genießt freie Momente auch mit seiner jungen Familie in der neuen Heimat Heringen. Das Engagement bei einem anderen Verein, das kommt aber nicht in Frage. „Dafür liebe ich Weidenhausen viel zu sehr“, sagt er. Und schließlich heiße es: „Einmal Adler, immer Adler.“

Von Nico Beck

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