Kunsttherapeutin Christina Marth aus Germerode war sechs Monate in Honduras

Das Leben ist kunterbunt

Unterkunft für die Freiwilligen: Christina Marth wohnte mit anderen Helfern zusammen im Kinderdorf. Fotos: nph Deutschland /nh

Germerode. „Es ist für mich schon ein kleines Wunder, dass in einem Kinderdorf in Honduras Kunsttherapie angeboten wird“, sagt Christina Marth. Die Kunsttherapeutin aus Germerode ist erst vor wenigen Wochen aus Honduras zurückgekehrt und noch sind ihre Erinnerungen etwas surreal.

In La Venta, einer Klein-stadt rund 40 Kilometer nördlich der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa, arbeitete sie ein halbes Jahr lang als Freiwillige im Kinderdorf der Organisation „nuestros pequeños hermanos (nhp)“ (deutsch: Unsere kleine Brüder und Schwestern).

Gut ausgestattet: Im Kreativraum der Schule arbeitete Christina Marth mit 30 Kindern.

Dort kümmerte sich Marth um mehr als 30 Mädchen und Jungen. „Durch Kunsttherapie findest du mehr zu dir, zu deiner Seele, zu dem, was dich bedrückt, beschäftigt oder auch erfreut. Und die Kinder im Kinderdorf Rancho Santa Fé haben eine Menge mitzuteilen“, erzählt die 25-Jährige. Viele der Kinder hätten ein geringes Selbstbewusstsein, motorische Defizite oder litten an Konzentrationsschwäche.

Knapp 500 Mädchen und Jungen leben in dem Kinderdorf in Honduras. Einige von ihnen sind Waisen, andere wurden von ihren Eltern verlassen oder zu Opfern von Gewalt und Missbrauch. Therapieangebote wie die Kunsttherapie von Marth helfen den Kindern oft über ihre traumatischen Erfahrungen hinweg, so dass sie sich kind- und altersgerecht weiterentwickeln können.

Dieser Freiwilligendienst war nicht der erste für die 25-jährige Germeröderin. Bereits nach ihrem Abitur hatte sie ein freiwilliges soziales Jahr in einem Kinderheim in Frankreich absolviert. Nach dem Studium fand die in ihrem Beruf keine feste Stelle. „Das Berufsbild der Kunsttherapie ist in Deutschland noch nicht einheitlich und damit auch noch nicht staatlich anerkannt“, beschreibt Marth ihre persönliche Situation. Im Internet wurde sie auf nph Deutschland aufmerksam, sie zögerte nicht lange, bewarb sich und im Januar reiste die Kunsttherapeutin neugierig und gespannt nach Lateinamerika.

Sicherheit im Kinderdorf

Über Honduras hatte sich Marth bereits im Vorfeld informiert. Bei ihren Recherchen war sie darauf gestoßen, dass das zentralamerikanische Land zu den Ländern mit der höchsten Mordrate zählt. „Das hat mich schon etwas verunsichert. Als ich jedoch ins Kinderdorf kam, fühlte ich mich sicher“, erzählt sie. Von der Größe und Modernität des Kinderdorfs war sie überrascht. „Als ich zum ersten Mal den Kreativraum betrat, konnte ich mein Glück kaum fassen. Es gab eine Vielfalt an Materialien wie Pastellkreide, Akrylfarben, Holz oder verschiedenartige Papiere.“ Alles in allem war ihr Aufenthalt in Honduras eine sehr bewegende Zeit: „Ich habe zu einigen der Kinder eine sehr intensive Beziehung aufgebaut.“ (dir/red)

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