Blühflächen auf den Feldern bieten Schutz und Nahrung für viele Tierarten

Lebensraum im Blütenmeer

Nützliche Farbtupfer in der Landschaft. Blühflächen sind nützlich für die Tierwelt und gönnen dem Boden eine wichtige Erholungsphase. Foto: privat

Meissner. In den Revieren bricht jetzt im Herbst für die meisten Wildtiere der offenen Feldflur eine harte Zeit an: Die abgeernteten Felder sind nackt und kahl und bieten nunmehr kaum noch Nahrung und Schutz. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren nun vielerorts deutlich verbessert.

Doch durch das staatlich geförderte Blühflächenprogramm sind auf vielen Flächen, die bislang intensiv landwirtschaftlich genutzt worden sind, bestimmte blütenreiche Samenmischungen eingesät worden, die dann für fünf Jahre wenig oder gar nicht bearbeitet werden. Die dichte Vegetation auf diesen Flächen bietet auch im Spätherbst und Winter vielen Tieren wie zum Beispiel dem Rehwild Nahrung und Deckung. Im Frühjahr und Sommer bietet das Blütenmeer zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum, im Hochsommer kann man dies auch gut sehen und hören: Es brummt und strotzt nur so vor Leben.

Diese Insekten bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für viele teils seltene Vogelarten wie zum Beispiel den Gartenrotschwanz und den Kuckuck, und über die Sämereien der unterschiedlichen Pflanzen und Stauden freuen sich auch verschiedene Finkenarten. Abgeschirmt durch dichtes Blattwerk und verkautetes Unterholz brüten die Feldlerche und das sehr selten gewordene Rebhuhn. Aber auch Feldhase und Reh finden sich ein, um im Schutz der Deckung ihre Jungen aufzuziehen. Die vielen Mäuse, die sich das ganze Jahr über in einem solch artenreichen Biotop tummeln, bilden wiederum die Lebensgrundlage für zahlreiche Greifvögel und Eulen. In erster Linie erhöht sich also die Artenvielfalt auf den betroffenen Flurstücken signifikant. Durch eine Vernetzung dieser Flächen entsteht ein Biotopverbund von artenreicher Vegetation aus heimischen Kultur- und Wildpflanzen, wodurch die heimische Fauna zu jeder Jahreszeit profitiert.

Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass durch das Ruhenlassen des Bodens ohne Düngung die Qualität des Oberflächen- und Grundwassers positiv beeinflusst wird. Nicht nur aus der Sicht der Jägerschaft ist deshalb das Blühflächenprogramm ein großer Gewinn für unsere Kulturlandschaft und all ihre Bewohner. • Die Autorin des Beitrags ist Pressebeauftragte der Hegegemeinschaft Meißner.

Von Michaela Seifert

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