Gemeinde wechselt als erste hessische Kommune mit kompletter EDV-Infrastruktur zu Ekom

Meißner ist der Vorreiter

Haben für neue Verbindungen gesorgt: Jörg Engelbrecht, Jürgen Siemon und Jacobs, die hier Verwaltungsmitarbeiter Michael Hartung über die Schulter schauen, haben die neue Soft- und Hardware in der Gemeindeverwaltung in Abterode eingebaut. Die Umstellung erfolgte bereits im April. Nach sieben Monaten im Einsatz ist die Bilanz bisher zufriedenstellend gelaufen. Foto: Stück

Abterode. Die Gemeinde Meißner hat ihre komplette EDV-Infrastruktur an die Ekom 21, das größte kommunale IT-Dienstleistungsunternehmen in Hessen, nach Kassel ausgegliedert. Damit übernimmt die Kommune die Vorreiterrolle für alle hessischen Kommunen. Sie sind die ersten, die Server, Software und Netzwerkbetreuung komplett der Ekom überlassen. Die Gemeinde gewinnt dadurch Sicherheit und spart Geld.

Die Umstellung erfolgte bereits im April. „Nach einem halben Jahr hat sich das neue System bewährt“, sagt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans. Die Datenleitung sei ausreichend und die Fehlerquote gering. „Bisher haben sich die Mitarbeiter nicht über die Umstellung beschwert“, sagt Junghans.

Die Ekom21 stellt alle für den Arbeitsalltag einer Verwaltung notwendigen Voraussetzungen für die Mitarbeiter der Gemeinde. Elf Arbeitsplätze stehen in der Verwaltung der Gemeinde zur Verfügung. Sie bauen das Netzwerk auf, stellen sämtliche Softwareprogramme für die Abteilungen zur Verfügung, sorgen für Updates und den reibungslosen Ablauf. Wenn etwas zusammenbricht, sorgen die Experten der Ekom für die Wiederherstellung - alles von Kassel aus.

Die Gemeinde Meißner ist die erste Kommune, die diesen Service in Anspruch nimmt, weil die Voraussetzungen bislang nicht gegeben waren. „Die Technik war bisher noch nicht ausgereift und die Übertragungsgeschwindigkeit nicht ausreichend“, sagt Jürgen Siemon, Fachbereichsleiter IT Services. Zwischen Abterode und Kassel müssen große Datenmengen hin- und hergeschickt werden. Damit das reibungslos funktioniert, steht eine 2-Mbit-Standleitung zur Verfügung, in der Upload und Download gleich schnell sind. Der Modellversuch mit der Gemeinde Meißner könnte für bis zu 80 andere hessische Kommunen interessant werden. „Wenn die Voraussetzungen stimmen“, sagt Ulrich Künkel, Direktor der Ekom.

Für die Gemeinde Meißner war es ohnehin an der Zeit, die überholte EDV auf neue Füße zu stellen. „Wir hatten die Möglichkeit, uns mit anderen Gemeinden zusammenzuschließen, oder mit der Ekom zusammenzuarbeiten“, sagt Junghans. Lizenzen- und Datenschutz waren für die Wahl ausschlaggebend. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass Daten der Bürger nicht in falsche Kanäle rutschen“, spielte Junghans auf die NSA-Affäre an.

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare