Nur noch eine Ärztin in Meißner

Ärzte-Ehepaar Henze: Praxis schließt nach 34 Jahren

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Norbert Henze hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Nachfolger für die Arztpraxis zu finden. Selbst ein Angestelltenverhältnis ist dabei möglich. Foto: Beck

Abterode. Mit Ablauf des Jahres scheidet das Ärzte-Ehepaar Renate und Norbert Henze aus Altersgründen aus dem Dienst in Abterode aus. Einen Nachfolger haben die beiden Allgemeinmediziner noch nicht gefunden. Und das, obwohl sie schon seit Jahren auf der Suche sind. Somit stehen harte Zeiten für Patienten an, denn mit Alexandra Knies gibt es jetzt nur noch eine Ärztin in der Gemeinde Meißner.

„Wir haben alles versucht, aber bisher sind alle Bemühungen gescheitert“, sagt der 67-jährige Norbert Henze. Schon seit dreieinhalb Jahren werde versucht, die frei werdenden Stellen neu zu besetzen und das Fortbestehen der ärztlichen Versorgung zu sichern. „Aber es ist totenstill. Nicht ein einziges Angebot hat es gegeben.“

Es seien Anzeigen geschaltet, die Praxis auf einer Praxisbörse der Kassenärztlichen Vereinigung vorgestellt und auch zahlreiche potenzielle Nachfolger angesprochen worden. „Der muss dann nicht einmal zwangsläufig selbstständig sein, sondern kann unter Dr. Alexandra Knies aus Abterode auch in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Wir sind da insgesamt für alles offen und natürlich gesprächsbereit.“

Neben Alexandra Knies, die für die Nachfolge geworben hat, setzt auch der Gemeindevorstand alle Hebel in Bewegung, um die Suche zu unterstützen. „Wir sichern unsere volle Unterstützung zu. Schließlich ist es ungemein wichtig, dass die Wege für Patienten nicht zu lang werden und die Praxis wieder mit Leben gefüllt wird“, sagt Bürgermeister Junghans. Man werde sich mit Henzes zusammensetzen, um weiterhin für die Praxis zu werben, sagt er weiter. „Da steht uns eine Katastrophe bevor“, sagt Junghans über die Schließung der Arztpraxis.

Dass das aber eine schwere Aufgabe wird, das scheinen alle Beteiligten zu wissen. „Ärzte zu einer selbstständigen Tätigkeit auf dem Land zu bewegen, das ist eine wirkliche Herkulesaufgabe“, sagte Junghans, der ebenso von einem ganz hart umkämpften Ärztemarkt sprach. „Und es gibt auch generell nicht mehr so viele Allgemeinmediziner“, erzählt Norbert Henze. Dem Vernehmen nach bleibt den Henzes noch rund ein halbes Jahr, um die Nachfolge zu regeln. Ansonsten würde die Kassenärztliche Vereinigung (KV) eingreifen und die Praxis aufkaufen.

Grundlegend müssen sich die Patienten des Ehepaars nach Alternativen umschauen. „Es gibt kein Zurück für mich“, sagt Norbert Henze, „aber ich bin sicher, dass es hier auch bald weitergehen wird.“ Der 67-Jährige und seine 64 Jahre alte Frau haben sich vor gut einem Jahr entschieden, in 2015 aufzuhören. „Wir sind jetzt irgendwo an unseren Grenzen angelangt“, sagt Henze, dass sie ihr Aus vor Monaten angekündigt hatten. Seit 34 Jahren sind sie in ihrer Praxis in der Kupfergasse in Abterode anzutreffen. Aber diese Ära geht nun zu Ende. • Kontakt unter Telefon 0 56 57/14 04.

Von Nico Beck

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