wurden erst sechs Projekte von Familien gefördert

Dorferneuerung in Weidenhausen: Privatinitiativen noch zäh

Weidenhausen. „Weidenhäuser gewinnen“. Was im Fußball längst zum geflügelten Wort geworden ist, soll auch für die Dorfgemeinschaft zum Motto werden. Helfen soll die Dorferneuerung. Die ist im August 2010 angelaufen und endet 2018.

Sieben öffentliche Projekte sind geplant und wurden zum Teil schon umgesetzt. Die privaten Initiativen, die ebenfalls gefördert werden, laufen bisher erst zäh an.

Lediglich sechs Privatleute haben Projekte in Angriff genommen, die von der Dorferneuerung gefördert wurden. Die Sanierungen haben ein Investitionsvolumen von rund 112 000 Euro. Zum Vergleich: Während der Dorferneuerung in Abterode wurden nach Abschluss des Förderprogramms rund 1,2 Millionen Euro investiert. „Sie haben in Weidenhausen aber noch bis zum 30. September 2017 Zeit, die Anträge abzugeben“, sagt Honor Locher, der zuständige Ansprechpartner für Dorf- und Regionalentwicklung.

Locher war davon ausgegangen, dass die Privatinitiativen vielfältiger ausfallen würden. „Gerade am Anfang haben wir viele Weidenhäuser beraten“, sagt Locher. Infrage kommen Häuser, die sich innerhalb des Fördergebiets befinden (siehe Grafik unten). 30 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt das Land Hessen. 20 Familien haben die kostenlose Information durch das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro BSL in Anspruch genommen. „Bis zum Ende der Laufzeit bleiben die Beratungen auch kostenlos“, sagt der zuständige Berater Helmut Böse-Vetter.

Die Attraktivität des Wohnstandorts soll erhalten und ausgebaut werden. Die Stärkung der Dorfgemeinschaft und des bürgerschaftlichen Engagements steht im Vordergrund. Die Weidenhäuser sollen selbst für ihr Dorf gewonnen werden. Daraus erhoffen sich die Verantwortlichen, dass auch Impulse für die Erhaltung der historischen Struktur des Dorfkerns ausgehen.

Größtes öffentliches Projekt ist nach wie vor der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in ein Mehrgenerationenhaus. 2014 soll das Objekt angegangen werden. Die Grundrissoptimierung und Sanierungsarbeiten stehen zuerst an. Das DGH ist Ende der 1970er Jahre aus dem ehemaligen Lehrerhaus entstanden. Die Aufteilung ist verwinkelt. Wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, soll das Haus von allen Generationen genutzt werden. Kindergarten, Sportverein, Kirche, Chor, Familienbildungsstätte und Feuerwehr sollen hier unterkommen. Das Angebot eines gemeinsamen Mittagessens für alt und Jung soll auf zwei Tage pro Woche ausgeweitet werden. Die Kegelbahn, die noch rege bespielt wird, soll wohl auslaufen. Die Freiwillige Feuerwehr will die Bahn in der Übergangszeit betreiben. Eine moderne Alternative steht in Wellingerode.

Von Tobias Stück

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