Weltgebetstag zeigt Schattenseiten im Paradies

Auch Jesus wusch seinen Jüngern die Füße: Stellvertretend für alle Teilnehmerinnen des Weltgebetstages reinigte Pfarrerin Dorlies Schulze aus Germerode Martina Zindel die Füße. Foto: Rissmann

Germerode. HIV, Gewalt in der Familie, Armut, Brustkrebs und eine fast ausschließlich vom Import abhängige Wirtschaft. So ein Bild hat man nicht vor Augen, wenn man an die Bahamas denkt.

„Da denkt man doch eher an Palmen und Strand - eben ein echtes Urlaubsparadies“, sagte auch Kerstin Kaponig, die gemeinsam mit Martina Zindel, Silvia Franz, Susanne Schulze und der Germeröder Pfarrein Dorlies Schulze am Freitagabend den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag organisiert hat. „Aber es ist eben kein Paradies“, sagte Silvia Franz.

Intensiv hatten sich die Frauen aus Germerode bei einem Lehrgang in Hessisch Lichtenau auf das Thema vorbereitet und sich mit der Liturgie auseinandergesetzt, die von Frauen der Bahamas - in diesem Jahr das gastgebende Land des Weltgebetstages - gestaltet wurde. Das Motto lautete „Begreift ihr meine Liebe?“. Zentrales Element war eine Fußwaschung: In den Genuss kam Martina Zindel, die von Pfarrerin Schulze die Füße stellvertretend für alle Teilnehmerinnen gereinigt bekam.

Gemeinsam die Not lindern

Auch Jesus habe seinen Jüngern die Füße gewaschen, um ihnen zu dienen. „Die Fußwaschung ist deshalb ein Symbol dafür, dass wir uns anderen zuwenden sollten, ihnen in Notlagen beistehen und die Not zu lindern oder gar abzuwenden“, sagte Pfarrerin Schulze. Vorgestellt wurden deshalb auch Geschichten von Frauen, die sich auf den Bahamas im Kampf gegen Gewalt, Armut und Krankheiten wie Brustkrebs und HIV einsetzen.

Musikalisch begleitet wurde der fröhlich und locker gestaltete Gottesdienst von Heike Baucks und Daniel Schramm aus Bad Sooden-Allenoorf und nach dem ersten - noch leicht holprig gesungenen - Lied „This we Bahamian“ („Auf den Bahamas“) ging es bereits beim zweiten Lied „Lobe den Herrn, meine Seele“ sogar im Kanon.

Von Diana Rissmann

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