Schwalbenthal: Die Wildnis holt sich die Brettl-Jause zurück

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Glückliche Zeiten. Das Bergfest auf der Brettl-Jause am Schwalbenthal 2008.

Die Natur ist dabei, sich eines der schönsten Ausflugsziele im Werra-Meißner-Kreis zurückzuerobern. Die Brettl-Jausenstation am Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner ist von Unkraut überwuchert.

Schwalbenthal. Tische und Bänke sind mit dicken Planen umwickelt und mit altem Laub bedeckt. Der Zugang zur Jause ist mit weiß-rotem Flatterband abgesperrt. Dieter Kohl, Besitzer des Hauses Schwalbenthal hat aufgegeben. Die Küche des Hauses ist wegen Einsturzgefahr durch rutschende Erdmassen gesperrt, an den Straßenrändern warnen Schilder vor Steinschlag.

„Ich habe die Lust verloren und habe resigniert“, sagt Kohl, der das Haus Schwalbenthal vor mehr als zehn Jahren gekauft hat. „Ich hab das alles mit viel Liebe aufgebaut. Es tut mir richtig weh“.

30 Gästebetten bot das Haus, die Brettl-Jause mit ihrem traumhaften Ausblick ins Meißnervorland und das Werratal waren ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und motorisierte Meißner-Besucher.

Besonderer Höhepunkt an der Jause war das herbstliche Bergfest, mit dem Mitte Oktober alljährlich der Winter und damit die Skisaison eingeläutet wurde. Vergangenes Jahr bereits hatte der nordhessische Ski-Pionier das Fest, das jährlich um die 3000 Besucher zählte, an den Berggasthof Meißner verlegt. Jetzt hat er dafür neue Partner in Fulda gefunden.

Schwalbenthal: Wildnis holt sich die Brettl-Jause zurück

Zum Verhängnis wurde Kohls kleiner Jausengastronomie vor allem die Sperrung seiner Küche im hinteren Teil des Hauses Schwalbenthal. Die Erdmassen unterhalb der Straße hatte derart auf den Anbau gedrückt, dass sich dort Risse zeigten und der Trakt mit einer aufwendigen Balkenkonstruktion gestützt werden muss und eigentlich gar nicht betreten werden darf. „Damit haben wir nicht mal eine Kühlmöglichkeit“, sagt der 77-Jährige. Die kleine Holzhütte auf der Aussichtsfläche böte, so Kohl, keinen Platz für Kühlanlagen.

Nachdem sich vor drei Jahren erste Risse am Haus Schwalbenthal und in den oben und unten verlaufenden Straße zeigten, wurden hier sogenannte Inklinometermessungen durchgeführt, die zeigten, dass sich der Berg jährlich um einige Zentimeter bewegt. Seit damals durfte Kohl sein Haus nicht mehr für Publikum öffnen.

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