Kampagne 8

Mindestlohn für den Wald? Verbände fordern Honorierung für Klimaschutzleistungen

Der Wald ist Klimaschützer Nummer eins, deshalb steht ihm ein Mindestlohn zu. Das fordern die beiden größten Waldverbände in Deutschland mit ihrer Kampagne 8.
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Der Wald ist Klimaschützer Nummer eins, deshalb steht ihm ein Mindestlohn zu. Das fordern die beiden größten Waldverbände in Deutschland mit ihrer Kampagne 8.

Der Wald ist Klimaschützer Nummer eins, deshalb steht ihm ein Mindestlohn zu. Das fordern die beiden größten Waldverbände in Deutschland mit ihrer Kampagne 8.

Werra-Meißner – Der Wald ist Klimaschützer Nummer eins, deshalb steht ihm ein Mindestlohn zu. Das fordern die beiden größten Waldverbände in Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) – Die Waldeigentümer sowie die Familienbetriebe Land und Forst (FaBLF), die genau dafür eine deutschlandweite Kampagne gestartet haben.

Auch Waldbesitzer Hubertus von Roeder aus Völkershausen ist Mitglied beim hessischen Waldbesitzerverband und unterstützt die Kampagne vom Werra-Meißner-Kreis aus. Das Markenzeichen der Kampagne, eine lebensgroße orange-leuchtende Acht, prangt gut sichtbar an den Grenzen seines Waldes (wir berichteten). „Mittlerweile hat die Kampagne auch in Berlin Gehör gefunden“, berichtet von Roeder.

Die bundesweite „Kampagne 8“ 

Der Wald ist ein Klimaschützer – darauf soll die „Kampagne 8“ deutschlandweit aufmerksam machen. Sie startete im August 2020. Ins Leben gerufen haben sie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände – Die Waldeigentümer sowie die Familienbetriebe Land und Forst. Mehr als zwei Millionen Waldbesitzer stehen geschlossen dahinter. Die 8 steht für die acht Tonnen CO2, die ein Hektar Wald im Schnitt pro Jahr bindet, 127 Millionen Tonnen CO2 absorbiert somit die Gesamtwaldfläche, die ein Drittel Deutschlands ausmacht. Unter wald-ist-klimaschuetzer.de fordern die Verbände ein neues CO2-Modell, das den Ausstoß nicht nur sanktioniert, sondern Einsparung auch honoriert. 

Roeder selbst konnte bereits vor einem Jahr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Videogespräch über die Herausforderungen für Waldbauern durch die Klimakrise sprechen, als die Kanzlerin von Roeder für die Spende des Weihnachtbaumes an das Kanzleramt dankte. Auch konnten die AGDW und der FaBLF ihr Anliegen bereits der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und weiteren Abgeordneten vortragen.

Sollte die Kampagne Erfolg haben, hat das Auswirkungen auf alle Waldbesitzer – auch die im Werra-Meißner-Kreis. Die Forderungen der Waldbesitzerverbände sind konkret. Sie sagen: 112,5 Euro sollte jeder Waldbesitzer pro Hektar Wald und pro Jahr als Vergütung bekommen. Das sind etwa 1,5 Cent pro Baum.

Dabei orientieren sie sich an dem 2021 eingeführten CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid, der den CO2-Ausstoß sanktioniert. Bezogen auf die 11,4 Millionen Hektar große Waldfläche in Deutschland würde diese Vergütung nicht einmal fünf Prozent der Investitionen aus dem Energie- und Klimafonds der Regierung umfassen, heißt es vonseiten der AGDW.

Wald muss gepflegt werden

Unter der Klimakrise mit Trockenheit und Schädlingen leiden die Wälder sehr, es werde immer schwieriger und auch immer teurer für Waldbauern, einen klimastabilen Wald zu erhalten. Durch eine grundsätzliche Vergütung werde sichergestellt, dass die Wälder auch künftig nachhaltig bewirtschaftet werden können und somit einen zentralen Beitrag leisten, um die Klimaziele zu erreichen. Und um den Wald müsse man sich aktiv kümmern, man müsse ihn pflegen, betont Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW. Daher sei es wichtig, jetzt in den Wald zu investieren, damit er gegen die Klimakrise gewappnet ist und nachfolgende Generationen nicht die schweren Folgen tragen müssen.

Die Botschaft ist in Berlin schon einmal angekommen. Details müssen aber noch geklärt werden. Hubertus von Roeder ist jedenfalls zuversichtlich: „Das Gehör für unsere Forderungen haben wir immerhin. Jetzt gilt es abzuwarten, was die neue Regierung bereit ist, für uns zu unternehmen. Ich bin dabei aber optimistisch.“ Er hofft, dass aus dem Werra-Meißner-Kreis noch weitere Waldbesitzer die Kampagne unterstützen werden. Kontakt: Hubertus von Roeder per Mail: hvr@gutmarienhof.de; Mobil: 0170/2 16 13 62.

Von Jessica Sippel

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