Bewährungsstrafe

Nach vertagter Verhandlung: Amtsgericht verurteilt 60-Jährigen zu Haft

Eine goldene Justizia steht vor einem Aktenstapel.
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Nach vertagter Verhandlung: Amtsgericht verurteilt 60-Jährigen zu Haft 

Zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung wurde ein 60-jähriger Mann aus dem Landkreis jetzt verurteilt. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die jedoch auf eine Verurteilung ohne Bewährung plädiert hatte.

Eschwege – Die Verteidigung hatte ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung gefordert. Der erwerbsunfähige Frührentner wurde in sieben von insgesamt elf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Darunter unerlaubter Waffenbesitz, Fahren ohne Führerschein, Diebstahl und Bedrohung.

Alle Taten waren im Jahr 2018 begangen worden, seitdem war der Angeklagte nicht mehr straffällig geworden. Der Tatbestand des Einbruchs konnte dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden. Bei anderen Tatbeständen wie dem Diebstahl einer Geldbörse – darin befanden sich 353 Euro – seien die Indizien erdrückend, sagte Richterin Kirsten Schmidt.

Die Zeugen hatten in den beiden Verhandlungstagen den Beschuldigten belastet. Der Angeklagte selbst hatte ein Teilgeständnis abgelegt, was ihm bei der Urteilsfindung mildernd angerechnet wurde. Auch der Umstand, dass der Verurteilte vermutlich nicht mehr straffällig werden würde, führte das Gericht zur Argumentation einer Bewährungsstrafe an.

Strafmildernd wurde auch die Gesundheit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt berücksichtigt, da eine geistige Beeinflussung nach mehreren Hirnschlägen nicht ausgeschlossen werden könne, so Richterin Kirsten Schmidt.

Zu Lasten legte das Gericht dem Angeklagten allerdings den Umstand, dass dieser bereits wegen Diebstahls und Hehlerei vorbestraft war. Auch das Ausnutzen persönlicher Beziehungen, um aus dem Vertrauensverhältnis heraus Diebstähle bei Nachbarn und Freunden begehen zu können, legte das Gericht dem 60-Jährigen zur Last.

Besonders schwer wog bei der Verurteilung der Aufbruch eines Tresors, der sich im Haus eines Bekannten des Angeklagten befand und aus dem der jetzt Verurteilte Mann 1500 Euro Bargeld sowie eine Dekowaffe entwendet hatte. Das Gericht war überzeugt, dass der Angeklagte den Tresor zuvor mit einem Hammer aufgebrochen hatte. Aus der Küche des Geschädigten entwendete er außerdem Bargeld sowie eine scharfe Waffe samt Munition.

Über die später bei einer Hausdurchsuchung unter anderem aufgefundenen Waffen stellte das Gericht auch einen Verstoß gegen das Waffengesetz fest. Gewicht für das Urteil hatte auch ein Gabelstapler im Wert von 12 000 Euro. Diesen hatte der Angeklagte von einem Betriebshof entwendet und war damit später von der Polizei gestellt worden. Auf dem Unternehmensgelände hatte der heute 60-jährige Mann zuvor außerdem Werkzeuge entwendet und sich als Hausmeister ausgegeben.

Auf den Angeklagten kommen jetzt die Verfahrenskosten, gemeinnützige Arbeit und eine Rückerstattung an die Geschädigten zu. (kh)

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