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Feuerwehr lässt wegen Ministeriums-Empfehlung auch Jugendarbeit ruhen

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Von: Jessica Sippel

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Erst mal keine Löschübungen: Die Kinder- und Jugendfeuerwehren treffen sich zunächst nur online oder bekommen Aufgaben für zu Hause. Übungen wie diese im Herbst in Wanfried sind erst einmal auf Eis gelegt. Archivfoto: Jessica Sippel
Erst mal keine Löschübungen: Die Kinder- und Jugendfeuerwehren treffen sich zunächst nur online oder bekommen Aufgaben für zu Hause. Übungen wie diese im Herbst in Wanfried sind erst einmal auf Eis gelegt. Archivfoto: Jessica Sippel © Archivfoto: Jessica Sippel

Nicht nur die aktiven Feuerwehrleute pausieren gerade ihre praktischen Übungsdienste, auch die Jugendarbeit liegt vorerst brach.

Werra-Meißner – Bis Ende Februar liegt der praktische Ausbildungsdienst bei den Freiwilligen Feuerwehren brach, nachdem das Hessische Innenministerium dies wegen der Coronasituation ausdrücklich empfohlen hat. Damit mussten aber nicht nur die aktiven Einsatzkräfte den Pausenknopf drücken, die Empfehlung gilt auch ausdrücklich für die Jugendfeuerwehren, wie dem Schreiben des Ministeriums zu entnehmen ist.

Aber warum? Der Feuerwehrnachwuchs muss immerhin (noch) nicht zu Einsätzen ausrücken. „Die Kinder- und Jugendfeuerwehren werden aber in der Regel von aktiven Einsatzmitgliedern betreut. Damit es nicht zu coronabedingten Ausfällen der Aktiven kommt, sollen auch diese Abteilungen ruhen“, erklärt Benedikt Beckmann, Stadtbrandinspektor aus Wanfried. Denn eines muss in jedem Fall gewährleistet werden: Dass die Feuerwehrleute, die zur Gruppe der kritischen Infrastruktur gehören, im Notfall zum Einsatzort ausrücken und helfen können – und nicht in Quarantäne stecken.

„Was man vermeiden kann, muss man vermeiden. Und an die Empfehlung halten wir uns“, sagt auch der Stadtbrandinspektor aus Eschwege, Sven Rathgeber. So weit, so verständlich. Allerdings gelangen die Freiwilligen Feuerwehren nun in eine schwierige Situation. Denn die Jugendarbeit in anderen Vereinen ist bisher noch ohne große Einschränkungen möglich. Vereinzelt schränken sich manche Gruppen selbst ein.

Bis 28. Februar keine Praxis

Die Freiwilligen Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis haben seit Dezember und Beginn des neuen Jahres ihre praktischen Übungsdienste vorübergehend niedergelegt. Grund ist dahingehend eine ausdrückliche Empfehlung des Hessischen Innenministeriums, die bis Ende Februar gilt. In dem Schreiben des Ministeriums wird das mit „der weiterhin sehr unbestimmten Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus und insbesondere aufgrund der Omikron-Variante“ begründet.

Für die sieben Berufsfeuerwehren in Hessen ist dies eine Pflicht, für die Ehrenamtlichen eine Empfehlung. Die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises folgen dieser Empfehlung, wie in Wanfried, Eschwege, Sontra, Waldkappel und Berkatal. Als Teil der kritischen Infrastruktur müsse man die Einsatzfähigkeit gewährleisten, heißt es vonseiten der Wehren. In Hessen sorgen rund 80 000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in 2430 Orts- und Stadtteilfeuerwehren für Sicherheit.

„Das ist nicht einfach für uns und unseren Nachwuchs“, sagt Beckmann. Teilweise bestünde dadurch auch die Gefahr, dass der Feuerwehrnachwuchs das Interesse verliert – denn es ist immerhin nicht die erste Durststrecke. „Wir machen das nun schon das dritte Jahr mit“, verdeutlicht Yvonne Fehrmann vom Betreuerteam der Kinderfeuerwehr der Stadt Wanfried.

Damit die Kinder und Jugendlichen am Ball bleiben und weiter Freude an der Feuerwehr haben, ist nun Kreativität gefragt. Online-Veranstaltungen, bei denen Wissen vermittelt und Spiele gespielt werden, nutzen die Feuerwehren im Kreis bereits seit Ausbruch der Pandemie rege. Damit haben sie schon viele und gute Erfahrungen gemacht, sagt Rathgeber.

Online-Unterricht ist dagegen bei den Kinderfeuerwehren etwas schwieriger umzusetzen, sagt Fehrmann, denn die Sechs- bis Neunjährigen haben mehr Spieldrang und eine geringere Konzentrationsspanne am PC.

„Wir haben viele Ideen gesammelt und einiges in Planung, was aktiv und ohne Computer funktioniert“, sagt Yvonne Fehrmann. Zum Beispiel feuerwehrbasierte Suchspiele an der frischen Luft. Sie ist sich sicher, dass dem Betreuerteam vieles einfällt, damit die Kinder den Spaß nicht verlieren. Bis zum 28. Februar gilt es nun, durchzuhalten. Sven Rathgeber bleibtauch optimistisch. „Ich denke, dass es im März wieder klappt.“

Von Jessica Sippel

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