Medibus kann weiterfahren

Pilotprojekt für weitere drei Jahre gesichert – Angebot wird außerdem erweitert

Pilotprojekt für weiter drei Jahre gesichert – Angebot wird außerdem erweitert
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Pilotprojekt für weiter drei Jahre gesichert – Angebot wird außerdem erweitert

Einen Erfolg können fünf Kommunen aus den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg verzeichnen: Nach langem Kampf bleibt der Medibus.

Sontra/Herleshausen – Der Medibus, das deutschlandweit in dieser Form einmalige Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ist für drei weitere Jahre gesichert. Das steht nach zähem Ringen jetzt fest.

Seit Juli 2018 steuert die rollende Hausarztpraxis von montags bis donnerstags im Halbtageswechsel Herleshausen, Sontra, Weißenborn, Cornberg und Nentershausen an. Der Medibus soll die medizinische Versorgung in den Kommunen aufrechterhalten. Die Finanzierung war nur bis Ende 2020 gesichert. Das Ende des Projektes in der mit Hausärzten stark unterversorgten Region drohte.

Der Medibus kann nun mit finanzieller Unterstützung des Landes weiterfahren. Das Land hat eine finanzielle Förderung des Projekts für die nächsten drei Jahre zugesagt. „Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner sowie dem interkommunalen Zweckverband Sontra-Herleshausen-Nentershausen haben wir vereinbart, das Projekt fortzuführen“, teilte das Land Hessen zur beschlossenen Kooperation am Freitag mit.

Das Angebot des Medibusses soll erweitert werden um pflegerische und soziale Beratung. „Insbesondere bei chronisch Erkrankten und älteren Menschen besteht oft Hilfebedarf, der die Expertise verschiedener Gesundheits- und Pflegeberufe gleichzeitig erfordert. Deshalb wollen wir in einer älter werdenden Gesellschaft vermehrt integrierte Versorgungsangebote schaffen“, heißt es in der Mitteilung des Landes Hessen. Wie genau das erweiterte Angebot beim Medibus dann aussehen wird, steht noch nicht fest.

„Wir schließen mit dem Medibus kurzfristige Versorgungslücken, die Herausforderung der Zukunft aber ist, die wohnortnahe Versorgung der Bürger dauerhaft zu sichern. Deshalb fördert die Landesregierung auch den geplanten Ausbau des interkommunalen Gesundheitszentrums Sontra“, betont Sozialminister Kai Klose. Auch für das Zentrum ist trotz intensiver Suche bislang noch kein Arzt gefunden worden.

Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen hatten gemeinsam mit den Bürgern lange und intensiv für eine Fortführung des Projekts gekämpft. Die Rathauschefs zeigten sich erfreut, dass die rollende Hausarztpraxis erst mal weiter fährt, betonten aber auch, dass diese Zeit genutzt werden müsse, um Lösungen für die grundsätzlichen Probleme zu finden.

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Von René Dupont

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