Amerikaner auf Spurensuche -  Boxenstopp in Datterode

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Am Gänsekerle-Denkmal: Matthew „Matt“ und Heather Barnhouse aus Denver, Colorado, zu Besuch in Datterode. Der lutherische Pastor ist auf Kurzvisite im Dorf des Vorfahren.

Zwei Amerikaner, die in Deutschland auf Luthers Spuren, aber auch auf denen ihre Familie unterwegs sind, haben Datterode besucht.  

Datterode – Matthew „Matt“ und Heather Barnhouse aus Denver, Colorado, sind in diesen Tagen auf einem Deutschlandtrip im nahen Thüringen. Auch, um Orte aufzusuchen, die mit Martin Luther in Verbindung stehen, denn Mr. Barnhouse ist lutherischer Pastor seiner Heimatgemeinde.

Pastor Barnhouse wusste, dass sein Urahn Christoph Bornhaus 1757 in Datterode geboren wurde. Nachdem man im Fasanenhof in Datterode Nachfragen zu den Bornhaus’ an Mitglieder des Heimatvereins stellen konnte, war recht diesen schnell klar, dass man den Gästen das Mögliche über ihren Vorfahren und das Dorf zeigen und erzählen musste.

Der Urahn aus Datterode

Christoph Bornhaus gehörte zu den rund 20 000 jungen Männern, vorwiegend aus Nordhessen, die von dem damaligen hessischen Landgrafen Friedrich II. aufgrund eines Subsidienvertrags mit England als Söldner „verkauft“ worden waren, um in der nach Unabhängigkeit strebenden Kolonie Amerika für die englische Krone zu kämpfen. Aus Datterode sind 40 Männer namentlich überliefert, von denen 32 nachweislich über Bad Karlshafen in Richtung „neue Welt“ gesandt wurden. Diese gehörten überwiegend dem Regiment „Erbprinz“ an. Darunter auch sechs miteinander verwandte Bornhaus-Männer.

Das Schicksal von Christoph Bornhaus

Christoph Bornhaus wurde nahe dem Schlachtfeld von Yorktown am 14. Mai 1783 gefangen genommen und in Frederick, Maryland, eingesperrt. Nachdem er zu den Amerikanern übergelaufen war, ließ er sich zunächst in Lovettsville, Virginia, nieder, von wo er 1814 nach Ohio zog. Dort starb er in East Springfield, Jefferson County, am 1. Mai 1833. Wie die Nachfahren anderer Bornhaus-Zweige in den USA, so „amerikanisierten“ die Vorfahren von Matt den Familiennamen in „Barnhouse“.

Kontakt mit Datteröder Heimatverein 

Über viele Jahre pflegt der Heimatverein Datterode wiederkehrend Kontakt zu den unterschiedlichsten Nachfahren der Bornhaus-Männer. Allen voran HVD-Ehrenvorsitzender Karl Beck, der bei einem der Besuche 1995 von Nachfahren, die in Kalifornien wohnhaft sind, eine beachtenswerte Spende in Empfang nehmen konnte, um damit auf dem Anger eine Linde zum Gedenken an die Bornhaus-Familien zu setzen. Diese Barnhouse-Bornhaus-Linde war – wie zuletzt 2014 durch die ehemalige Richterin am obersten Gericht von Los Angeles – Nachfahrin eines der anderen „verkauften Bornhaus“ eines der Ziele für Pastor Barnhouse und Gattin. Sichtlich bewegt lasen sie die Widmung auf einem der begrenzenden Ecksteine. Am Anger musste natürlich auch das obligatorische Foto am „Gänsekerle“ aufgenommen werden, nicht, ohne die Geschichte dazu zu erzählen.

Die Zukunft

Natürlich heißt es aber auch, in Kontakt zu bleiben, die Familienzweige zusammenzubringen und sich auf einen nächsten „Barnhouse-Besuch“ zu freuen.  red/esp

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