Ringgau forstet auf: Wildkirsche, Linde und Spitzahorn

Aufforstung Ringgau 
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Mit Blick auf die Aufforstungsfläche bei Rittmannshausen: Revierförster Ekkerhard Rogee (links) und Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann, dort sollen Wildkirschen, Spitzahorn und Linden gepflanzt werden. 

Aufforstung mit Risikostreuung: Ringau pflanz Wildkirschen, Spitzahorn und Linden in den Wald.  

Rittmannshausen – Statt Fichten oder anderer Nadelgehölze wie Douglasie, hat sich die Gemeinde Ringgau bei der Aufforstung für bisher eher ungewöhnliche Arten in unseren Wäldern wie Wildkirsche, Spitzahorn und Linden entschieden. Auf einer durch Stürme, Trockenheit und Käfer geschädigten Waldfläche bei Rittmannshausen werden im Oktober, nach dem Laubfall 80 Wildkirschen, 100 Spitzahornbäume und 100 Linden gepflanzt werden.

Bäume, die für Klimaschwankungen taugen

„Das sind alles tiefwurzelnde Bäume, die mit Klimaschwankungen besser klarkommen“, erklärt Revierförster Ekkerhard Rogee die Entscheidung. Vor allem die Wildkirsche sei ein schnell wachsender Baum und könnte in 40 bis 50 Jahren bereits Erträge bringen. Der Spitzahorn sei entgegen dem Bergahorn immun gegen einen Pilz, unter dem der Bergahorn zu leiden hat. Außerdem habe der Baum im Herbst eine leuchtend rote Färbung. „Das ist so eine Art Risikostreuung, weil wir nicht wissen, wie sich das Klima künftig entwickelt“, so Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann.

Land fördert Aufforstung 

Die Aufforstung der Fläche bei Rittmannshausen wurde vom Land gefördert. Zu den Gesamtkosten von 1800 Euro gibt das Land 1500 Euro dazu. „Die Förderung gibt es jetzt, weil das Land die Waldbesitzer bei der Aufforstung unterstützen will“, so Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann.

Auf der etwa einen halben Hektar großen Fläche standen ursprünglich relativ junge Fichten, die aber bis auf wenige Exemplare die Stürme, Trockenheit und den Käferbefall nicht überstanden haben. Bereits jetzt beginnt der Wald schon von selbst mit seiner Verjüngung – überall sprießen kleine Eichen aus dem Boden. „Aber das reicht nicht“, sagt Rogee.

Pflanzung im Herbst 

Deshalb werden die einen halben bis einen Meter großen Bäumchen im Herbst im Abstand von etwa zwei Metern gesetzt, der Abstand zwischen den Wildkirschbäumen wird größer sein. Geräumt wird die Fläche nicht, totes Holz, querliegende Stämme bieten den jungen Pflanzen noch einige Jahr Schutz – vor allem vor dem Verbiss durch Rehwild. „Da müssen die Rehe zuviel drumherumlaufen oder drüberklettern“, sagt Rogee.

Wenig Nadelbaumbestand in Ringgau 

Die Gemeinde Ringgau besitzt rund 400 Hektar gemeindeeigenen Wald. Nur etwa zehn Prozent davon sind allerdings Nadelwald, der Rest ist Laubwald, meistens Buche. „Dadurch haben sich die Schäden in unserem Wald auch in Grenzen gehalten“, so der Revierförster. Von den Schäden durch Klimakapriolen sind vor allem Nadelbäume betroffen.

Auch wirtschaftlich erleidet die Kommune praktisch keinen Schaden, denn der bisherige durchschnittliche Ertrag aus Forstwirtschaft belief sich auf rund 10 000 Euro im Jahr, seit vorigem Jahr sind es sogar nur noch 2000 Euro.

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