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Jetzt beginnt die Blattzeit beim Rehwild – Gefahr von Wildunfällen steigt

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Von: Stefanie Salzmann

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Derzeit auf Partnersuche: das Rehwild. Während der jetzt beginnenden Blattzeit wechseln die Rehe häufig plötzlich über die Straße. FOTO: Imago/mcFoto
Derzeit auf Partnersuche: das Rehwild. Während der jetzt beginnenden Blattzeit wechseln die Rehe häufig plötzlich über die Straße. FOTO: Imago/mcFoto © Imago/mcFoto

Das Rehwild steht vor der Paarungszeit. Die beginnt Mitte Juli und dauert bis maximal Mitte August an. Autofahrer au dem Land müssen jetzt besonders aufpassen.

Werra-Meißner – Es ist bei den Tieren nicht anders als bei den Menschen. Wenn die Zeit der Paarung kommt und die Hormone verrückt spielen, neigen Mensch und Tier gleichmaßen zu Übermut und Unvorsichtigkeit. Aktuell trifft es das Rehwild, das jetzt unmittelbar vor seiner Paarungszeit – bei Jägern Blattzeit genannt – steht.

Doch nicht nur auf Wiesen und Feldern ist dann viel los. Nach einer längeren Ruhephase macht sich das Rehwild auf Partnersuche. Das erhöht in den kommenden Wochen das Risiko für Wildunfälle deutlich und birgt Gefahr für Tier und Mensch. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel als Obere Jagdbehörde rät allen Verkehrsteilnehmern deshalb aktuell zu besonderer Vorsicht.

Mit Duftstoffen signalisieren die weiblichen Tiere, auch Ricken genannt, den Rehböcken ihre Paarungsbereitschaft. Zum Brunftverhalten gehört es, dass sich die Ricken immer wieder den Böcken entziehen. Bei diesem Paarungsspiel machen die Tiere auch vor viel befahrenen Straßen nicht Halt.

Rund 15 000 Rehe sterben in Hessen Jahr für Jahr bei Verkehrsunfällen. Dabei werden die Rehe mitunter nicht auf der Stelle getötet, oft können sie sich mit schweren Verletzungen noch ein Stück davonschleppen. Dann müssen Jäger das verletzte Wild mit einem speziell ausgebildeten Jagdhund nachsuchen, um es von seinen Qualen zu erlösen.

Bei einem Wildunfall verletzen sich zudem nicht selten auch die Fahrzeuginsassen und am Fahrzeug können hohe Sachschäden entstehen. Wer auf den Straßen in der Region unterwegs ist, kann also durch rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren dazu beitragen, Personen- und Sachschäden zu vermeiden und den Wildtieren unnötige Leiden zu ersparen. Vor allem in Waldgebieten und außerhalb von Ortschaften rät das RP Kassel noch bis Mitte August auch tagsüber zu besonderer Aufmerksamkeit im Verkehr.

Unfallschwerpunkte sind vor allem Straßen, die zumindest auf einer Seite von Wald begrenzt sind. Achtung: Wechselt ein Reh oder ein anderes Wildtier über die Straße, muss immer mit weiteren nachfolgenden Tieren gerechnet werden. Deshalb gilt in einem solchen Fall : runter vom Gas und die Stelle nur ganz langsam mit dem Fahrzeug passieren. (Stefanie Salzmann)

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