Büffeln mit den Rindern

Weißenbörner Ehepaar bietet erstmals Workshop zum Umgang mit Rätischem Grauvieh an 

Unterwegs mit den sanften, silbergrauen Kolossen: Gerhard Döring (Zweiter von links) erklärte den fünf Workshop-Teilnehmern auf der Weide bei Weißenborn nicht nur das korrekte Anspannen, sondern auch das richtige Führen des Rätischen Grauviehs. Foto: Döring

Weißenborn. Der Zucht der seltenen Schweizer Rinderrasse Rätisches Grauvieh haben sich Michaela und Gerhard Döring aus Weißenborn verschrieben: Mit ungebrochener Leidenschaft widmet sich das Ehepaar seit nunmehr elf Jahren seinem außergewöhnlichen Hobby. Mit all ihrer Erfahrung haben sich die beiden mittlerweile bundesweit als Experten in Sachen Zucht und Beurteilung etabliert – und ihr Wissen nun erstmals in einem Workshop weitergegeben.

Die Teilnehmer 

Fünf Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren sind jüngst nach Weißenborn gereist, um sich von dem Ehepaar Döring im Umgang und der Arbeit mit dem Rätischen Grauvieh schulen zu lassen. Alle fünf sind Mitarbeiter des Freilichtlabors Lauresham im Weltkulturerbe Kloster Lorsch (Kreis Bergstraße). „Von ,A’ wie aufhalftern bis ,Z’ wie Zugstränge wurde jedes Thema anschaulich dargestellt“, sagt Michaela Döring.

Die Tiere 

Nur sechs Züchter der Rinderrasse Rätisches Grauvieh gibt es in Deutschland – die Dörings gehören dazu. Die vergleichsweise geringe Widerristhöhe der handzahmen, silbergrauen Tiere von nur 1,27 Metern überzeugte das Paar, im März 2005 eine hochtragende Kuh und ein Rind aus der Schweiz nach Weißenborn zu importieren – der Anfang der mittlerweile auf 14 Tiere angewachsene Herde war gemacht. Zur Schulung eingesetzt wurden nur die zuverlässigsten Rinder. „Gearbeitet wurde frei nach dem Motto „Learning by doing“, sagt Michaela Döring.

Die Arbeit 

„Die Arbeit mit Tieren ist für junge Menschen im Zeitalter des Computers nicht mehr selbstverständlich“, sagt Gerhard Döring. Zwei Tage intensive Auseinandersetzung – von theoretischen Fragen der Teilnehmer über die Arbeit mit den Tieren bis hin zur Nachbesprechung – liegen hinter der Gruppe. Gemeistert wurde so manche Ausnahmesituation: „Bewusst wurden Gefahrensituationen geübt“, sagt Döring. Beispielsweise erschreckten Hunde die Rinder, oder die Teilnehmer mussten das Gespann mitten über eine vielbefahrene Straße lenken. Die Bilanz

„Die kleine, beschauliche, aber weltoffene Gemeinde Weißenborn hat einiges zu bieten“, sagt Michaela Döring. Das wertvolle kulturelle Wissen, das sie und ihr Mann sich zu einem Großteil selbst angeeignet hätten, müsse unbedingt weitergegeben und gefördert werden. „Wir sind immer ansprechbar“, sagt Döring, „auch wenn ein Workshop mit viel Arbeit für beide Seiten verbunden ist.“

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