Hilfe auf dem Weg in den Beruf

Datterode: Jugendhilfe CoLab  präsentiert sich beim Tag der offenen Tür

Halten zusammen: Die Jugendlichen und ihre Betreuer von CoLab haben schon einiges auf die Beine gestellt. Von links: Larissa Rösner, Marven Kolb, Cathrin Wagner, Anja Lenze, Mateusz Glinke, Thomas Friedrich, Chris Pröving, Kevin Schneider und Bürgermeister Klaus Fissmann. Foto: Kaiser

Jugendliche wieder auf den richtigen Weg bringen: Die Zweigstelle des Fachkraftwerks CoLab in Datterode gab am vergangenen Samstag einen Einblick in deren Tätigkeiten. 

Alles begann 1997 im rheinland-pfälzischen Speyer: Jugendliche sollten an das Internet herangeführt werden, daraus entwickelte sich nach und nach der Verein „Scram!“ (zu deutsch „Hau ab!“) sowie der erste deutsch-russische Internetradiosender Rasik, der noch heute von den Jugendlichen geleitet wird. Später kam dann die soziale Komponente hinzu und das Fachkraftwerk CoLab wurde gegründet.

Die Jugendhilfe CoLab hat es sich zur Aufgabe gemacht Jugendliche wieder auf den richtigen Weg und in den Beruf zu führen. „Wo andere aufgeben, bilden wir aus“, lautet der Leitspruch. Dabei sollen die Jugendlichen sich in einem Phasensystem wieder ein selbstbestimmtes Leben erarbeiten. Dann erfolgt die Ausbildung meist im IT-Bereich, die ebenfalls von CoLab betreut wird.

Eine Zweigstelle der Initiative gibt es auch in Datterode. Am Samstag öffneten die Jugendlichen und ihre Betreuer die Türen, um den Besuchern zu zeigen, wie ihr Alltag aussieht und was sie erreicht haben. Vor einigen Jahren erkannte Leiter Thomas Friedrich das Potenzial der ländlichen Region und erinnerte sich an die Gemeinde Ringgau, zu der er familiäre Wurzeln hatte. Schnell wurde klar: Hier ist genau der richtige Ort, um Jugendlichen, die in die Szene abgerutscht waren, zu helfen. Mit dem Erwerb der Mittelmühle war ein großes Projekt gefunden, da diese sich in einem maroden Zustand befand. Lediglich zwei Zimmer waren bewohnbar. Noch heute wird fleißig am Haus gearbeitet, die handwerklichen Arbeiten sind Teil des Arbeitsalltags. Zudem versorgen die Jugendlichen zwei Schafe und einen Hund. Marven Kolb erinnerte sich daran, wie das Wohnzimmer aussah, als er nach Datterode kam: „Wir mussten große Eisenträger einbringen, man konnte vom Wohnzimmer in den Keller sehen.“ Aktuell bauen die Jugendlichen ein neues Bad. Doch auch in der Dorfgemeinschaft wird angepackt. „Wir haben ein starkes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut“, sagte Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann: „Die Jugendlichen bringen sich ein und sind gut aufgenommen worden.“ Von den Projekten und dem Engagement der jungen Menschen überzeugten sich am Samstag dann auch die Besucher beim Tag der offenen Tür. (sek)

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