Jeder Kilo Müll zählt zwei Euro

Etwas für die Natur tun - Weißenborn ruft Umwelttaler ins Leben

Thomas Mäurer macht es vor: An dieser Zugwaage wird der Müll gewogen. Auch Elektroschrott hat er schon in der Natur gefunden.
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Thomas Mäurer macht es vor: An dieser Zugwaage wird der Müll gewogen. Auch Elektroschrott hat er schon in der Natur gefunden.

Wenn Bürgermeister Thomas Mäurer mit seinem Hund in Weißenborn spazieren geht, sammelt er häufig Müll mit ein, der achtlos in die Natur geworfen wurde.

Weißenborn - „Das machen sicher auch viele andere“, sagt er. Kürzlich kam ihm aber eine Idee, um noch mehr Menschen dazu zu motivieren:

Wer in den Wäldern, Feldern und Straßen um die Gemeinde Weißenborn Müll aufsammelt und ihn bei Mäurer in der Gemeindeverwaltung abgibt, bekommt ab sofort einen Umwelttaler als Anerkennung für den Einsatz. Genauer heißt das: Für jedes Kilo Müll zahlt Mäurer zwei Euro. „Das soll niemanden reich machen. Es dient eher als symbolische Anerkennung“, erklärt der Bürgermeister.

Bürgermeister Mäurer möchte etwas für die Natur tun

Die Aktion finanziert Mäurer aus seinen persönlichen Verfügungsmitteln: 150 Euro stehen ihm pro Jahr zur Verfügung, die er frei für Öffentlichkeitsarbeit nutzen kann. „Damit kann man solche Aktionen gut unterstützen.“

Doch Mäurer verdeutlicht auch, dass es nicht darum gehen soll, dass die Leute jetzt die Mülleimer in der Gemeinde ausräumen, ihren Hausmüll oder gar Bauschutt bei ihm abladen. Es gehe um Müll, der tatsächlich in der Natur lag. „Das alles läuft auf Vertrauensbasis“, sagt er. Aber: In der Regel sei gut zu erkennen, ob der Müll in der Umwelt lag oder frisch aus dem Abfalleimer kommt.

Ein auffälliges Müllproblem gebe es in der Gemeinde nicht, betont Mäurer. Aber hin und wieder lande trotzdem Abfall in der Natur, wo er eigentlich gar nicht hingehört. Da auch der Umwelttag in diesem Jahr ausfallen musste, an dem sich die Weißenborner Bürger gemeinsam aufraffen, um etwas für die Natur zu tun, komme diese Aktion gerade gelegen, sagt Mäurer.

Für die Umwelt sensibiliseren

„Jedes Kilo Müll, das aus der Umwelt hierher gebracht wird, ist genau das Richtige.“ Wenn eingesammelter Müll an der Gemeindeverwaltung ankommt, werde er erst einmal gewogen. Dazu hat Mäurer extra eine Zugwaage vor dem Eingang der Verwaltung angebracht.

Vor allem Kindern wolle er einen Anstoß geben, mehr in die Natur zu gehen. Die zwei Euro pro Kilo Müll könnten auch als kleine Taschengeldaufstockung gesehen werden, sagt er. Vor allem aber sei die Aktion dazu da, Kinder wie Erwachsene zu sensibilisieren, mehr auf die Umwelt zu achten. „Man sollte die Umwelt immer sauber halten“, sagt Mäurer. Und der Gedanke scheint Früchte zu tragen: Seit die Aktion im November gestartet ist, haben schon mehrere Leute Müll beim Bürgermeister abgegeben. (Jessica Sippel)

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