Ein eingespieltes Team

Karina und Klaus Fissmann engagieren sich in der Kommunalpolitik

Bauen auf den Rat des jeweils anderen: (von links) Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann und seine Tochter Karina, die seit dem Jahr 2013 den Vorsitz des SPD-Unterbezirkes inne hat. Foto: Spanel

Röhrda. Sie kennen sich von zu Hause und machen in der Freizeit gemeinsam Politik. Mehrere Familienmitglieder, die sich politisch engagieren, gibt es in fast jedem Parlament. Meistens gehören sie der gleichen Partei an, manchmal haben sie unterschiedliche Funktionen.

Als Beruf, sagt Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann, habe er sein Amt nie verstanden. „Es ist vielmehr eine Berufung“, so der 56-Jährige – denn im Dienst sei er als Gemeindeoberhaupt immer. „Ohne die Unterstützung der Familie wäre das nicht zu stemmen“, sagt Fissmann. Nicht verwunderlich also, dass seine wohl wichtigste Stütze und Ratgeberin aus der eigenen Familie stammt: Tochter Karina Fissmann, die dem politischen Erfolg des Vaters ihrerseits in nichts nachsteht.

Mit einer guten Zweidrittelmehrheit wird die damals 26-Jährige im Jahr 2013 zur SPD-Unterbezirksvorsitzenden gewählt – und im vergangenen Jahr im Amt bestätigt. 130 Termine hat sie in ihrem ersten Amtsjahr wahrgenommen – weniger sind die Aufgaben seitdem nicht geworden, „und für das erste Halbjahr ist der Kalender schon wieder voll“, sagt die hochschwangere 28-Jährige mit einem Lächeln.

Eine Vertretung zu schicken, komme aber nicht in Frage: „Ich nehme mein Amt ernst, und es erfüllt mich mit Freude.“ Als Initialzündung für ihre Politikleidenschaft benennen Vater und Tochter den Bürgermeister-Wahlkampf im Jahr 2007. Fünf arbeitsreiche, intensive Monate für die Familie Fissmann, in denen Karina gemeinsam mit ihrem Vater von Haustür zu Haustür zieht und hautnah mit den Menschen der Gemeinde Ringgau und ihren Anliegen in Kontakt kommt. 2009 tritt sie in die SPD ein – eben die Partei, an deren Grundprinzipien wie sozialer Gerechtigkeit und Familienfreundlichkeit sich auch ihr Vater messen lassen will.

Junge Hoffnungsträgerin 

„Doch das allein reicht nicht, um Unterbezirksvorsitzende zu werden und zu bleiben“, sagt Klaus Fissmann nicht ohne Stolz. Frisch und authentisch sei Karina aufgetreten, dynamisch – und als junge Hoffnungsträgerin für notwendige Veränderungen innerhalb der Partei. „Als Vater ist es wunderbar zu sehen, wie Karina ihren Weg verfolgt und alle Hürden meistert“, sagt der 56-Jährige.

Für Tipps und Ratschläge stehe er zur Verfügung – und umgekehrt genauso. „Ich habe es mir zur Maxime gemacht, bei schwierigen Entscheidungen oder Problemen immer zwei Seiten zu hören.“ Seine Tochter Karina ziehe er als neutrale Person zu Rate, erst dann fälle er eine Entscheidung. „Darüber hinaus bleibt privat auch privat – die Politik bestimmt nicht unseren Umgang miteinander“, sagt Klaus Fissmann.

Das soll auch in der Zukunft so bleiben. „Für Karina wünsche ich mir, dass sie ihren Weg in der Politik weiter gehen kann – so lange sie es auch selbst will. Der Grundstein ist gelegt“, sagt der Bürgermeister. Seine Tochter wünscht sich in erster Linie „Gesundheit“ – für sich und ihre Familie.

 

Von Emily Spanel

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