Tiere werden mit Hilfe einer Spritze besamt

Embryonen-Transfer: Züchter aus Röhrda setzt auf Limousin-Rinder

Stolze Rinderzüchter: Torsten Möller will in Zukunft von Milchkühen auf Mutterkuhhaltung umstellen. Seine Frau Tanja und Sohn Paul unterstützen ihn dabei. Die Limousin-Rinder im Vordergrund des Bildes sind das erste Ergebnis der neuen Zuchtidee der Familie. Foto: Kiele

Röhrda. Landwirte sagen: Mit schwankenden Milchpreise lässt sich nicht mehr planen. „Für eine kurze Zeit hatten wir mal einen Milchpreis von 22 Cent pro Liter, da kann man kaum noch schlafen", sagt Torsten Möller. Der Milchbauer steigt um: Embryonen-Transfer ist das Zauberwort.

820.000 Liter Milch werden auf dem Hof von Landwirt Torsten Möller im Jahr produziert. Davon können 3500 Menschen im Jahr ernährt werden, sei es durch die Milch in Schokolade, Käse oder Quark. Wie allerdings die Zukunft von Milchbauern in den nächsten Jahren aussieht, kann keiner genau sagen. Torsten Möller hat sich für seinen Hof etwas Neues überlegt: Er möchte auf Mutterkuhhaltung umsteigen.

Embyronentransfer heißt das Zauberwort, das komplizierter klingt, als die Sache an sich ist. Limousin-Rindern werden mit Hilfe einer Spritze besamt. Sobald die Eier befruchtet sind, rückt ein Tierärzteteam mit einem Laborbus an und schaut nach, wie viele Embyronen sich gebildet haben. Diese werden dann mit einer Lösung herausgespült und bei den schwarzbunten Kühen eingepflanzt. Davon hat Möller durch die Milchproduktion 100 Stück, somit können in kurzer Zeit mehr Kälber heranwachsen. Die ganze Prozedur kann man mit einer Leihmutterschaft vergleichen. Möllers Ziel ist es, in Zukunft die Zuchttiere zu verkaufen und die Direktvermarktung des Fleisches der Rinder voranzubringen.

Limousin-Rinder hat Familie Möller bereits gekauft und auf dem Hof leben auch schon Kälber, die durch den Embryonentransfer auf die Welt gekommen sind. Zu Beginn der Umstellung haben sie auf einer Tierschau den Bundes-Champion unter den Limousin-Rindern und später auch den Hessenchampion gekauft. „Ich wünsche mir, dass wir eine gesunde Herde aufbauen können und in Zukunft Erfolg in der Vermarktung haben“, sagt Torsten Möller.

Die Umstellung auf die Mutterkuhhaltung soll Schritt für Schritt erfolgen. Im nächsten Jahr ist Milch noch die Haupteinnahmequelle der Familie. Doch mit schwankenden Milchpreisen lässt sich schwer planen. „Für eine kurze Zeit hatten wir mal einen Milchpreis von 22 Cent pro Liter, da kann man kaum noch schlafen. Es ist deprimierend zu sehen, dass Mineralwasser teurer ist als Milch“, sagt Möller.

Auf dem Hof von Familie Möller leben derzeit 100 Milchkühe und zirka 80 Jungtiere. Bulle Nils hat seinen eigenen Platz im großen Stall. Die vier und sechs Wochen alten Limousin-Kälber, die durch den Embryonentransfer gezeugt wurden, haben vor dem großen Stall der schwarzbunten Kühe ihren eigenen Stall. „Den Limousin-Rindern ist auch bei 20 Grad minus nicht kalt“, erzählt Torsten Möller. „Sie sind sehr zahm und haben besonders viel Muskelmasse“, fügt Tanja Möller hinzu. Die Rinderrasse kommt aus der Region Limousin in Frankreich, haben ein braunrotes Fell und werden als Fleischrind gezüchtet.

Von Franziska Kiele

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