Landwirtschaft und Grundwasserberatung arbeiten an guten Ergebnissen

Feldrundfahrt des Bauernverbandes in Ringgau: Nitratwerte im hellgrünen Bereich

Eine junge Frau und ein Mann fahren sitzen im Führerhaus eines Traktors und schauen nach unten in die Kamera.
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Feldrundfahrt vom Kreisbauernverband: Christoph Heine hat den riesigen Traktor mit seiner Beifahrerin Margarethe Schädel gesteuert und die Gäste mit der Mohnschnecke rund um Grandenborn gefahren.

Bei seiner traditionellen Feldrundfahrt, zu der der Kreisbauernverband Werra-Meißner in jedem Jahr einmal einlädt, konnten sich Kommunalpolitiker in diesem Jahr in Ringgau über die Nitratwerte im Grundwasser informieren.

Grandenborn – Der Nitratgehalt im Grundwasser ist im Ringgau im hellgrünen Bereich, er liegt nur bei 25 Milligramm pro Liter. Diese Aussage steht unter der Feldrundfahrt, zu der der Kreisbauernverband jedes Jahr einlädt. Welchen Stellenwert die Veranstaltung einnimmt, das bestätigt allein die Resonanz der prominenten Gäste.

„Es ist so Tradition, dass wir explizit die Landtagsabgeordneten der Wahlkreise 9 und 10 zu besonderen Themen einladen, um kreisweit wechselnde Schwerpunkte zu setzen. Wir wollen uns nicht bei den Politikern ausheulen, sondern sie sensibilisieren und Probleme darstellen“, zeigte sich der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Torsten Möller aus Röhrda, angetan, dass sowohl Lena Arnoldt von der CDU, Karina Fissmann und Knut John von der SPD sowie Hans-Jürgen Müller (Bündnis 90/Die Grünen) und Gerhard Schenk (AfD) den Weg nach Grandenborn gefunden haben. Hier war dann auch der Startpunkt für die Feldrundfahrt mit der sogenannten Mohnschnecke des Landgasthauses Teichhof.

Grundwasserbehandlung

Thema war die Behandlung des Grundwassers. „Wir pflegen seit vielen Jahren ein erfolgreiches Miteinander mit der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wassergemeinschaft, um gute Ergebnisse zu erzielen“, erklärte Torsten Möller bei der Begrüßung der Gruppe, der auch Vizelandrat Dr. Rainer Wallmann und die Landwirte Jürgen Siebert aus Grandenborn und Heinrich Achler aus Renda angehörten.

Dazu gesellte sich Philipp Pfister aus Netra von der besagten AG Land- und Wasserwirtschaft, der inhaltlich auf den Einsatz des Wasserversorgers einging – das ist in diesem Bereich die EAM – der die schonende Bewirtschaftung einfordert, um Nitratgehalte, die unter 50 Milligramm pro Liter liegen müssen, so gering wie möglich zu halten, um die Qualität des Grundwassers zu garantieren. Und fehlen durfte auch Uwe Roth in seiner Funktion als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes nicht, genau wie Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann.

Mit der Mohnschnecke unterwegs

Fehlen durfte auch der Spaß nicht. Als Christoph Heine, der mit Beifahrerin Margarethe Schädel den riesigen Traktor steuerte und die Gesellschaft unter Einhaltung der Hygienevorschriften mit der Mohnschnecke sicher durch die Ringgau-Landschaft fuhr, kurz ruckelte, kam leichte Kritik an seinem Fahrstil auf, die der KBV-Vorsitzende schmunzelnd erwiderte: „Ich frage mich immer wieder, warum laden wir euch eigentlich ein?“

Philipp Pfister: „Ich berate die Landwirte, stehe für Anfragen zur Verfügung, spreche mit ihnen über die Düngung, nehme Bodenproben, um die aktuelle Lage zu sondieren. Abschließend leite ich die gewonnenen Ergebnisse der Untersuchungen an die Betriebe weiter.“

Torsten Möller beackerte noch ein weiteres Thema: „Auf unser 3000 Hektar großes Wasserschutzgebiet entfallen nur noch sechs Milchviehbetriebe, vor 30 Jahren waren es noch über 150. Im Nutztierbereich, egal ob Schwein oder Rind, sind das pro Hektar nur noch 0,3 Großvieheinheiten. Der Kreis blutet förmlich aus“, erinnert er an den Hotspot, der sich einst auf acht Einheiten belief.

Bei der anschließenden Kaffeetafel im Teichhof beleuchtete Christian Roth die Ausbildung zum Landwirt. Der Lehrer an der Berufsschule in Bebra, die Einzugsgebiet für die Kreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg ist, gab zu verstehen, dass die Gesellenprüfung verlangt, dass der Pflanzenanbau und die Tierhaltung mit der Natur in Einklang zu bringen sind: „Die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft drückt sich in stabilen Erträgen in Verbindung mit der positiven Auswirkung auf die Umwelt aus.“

Von Harald Triller

Die Gäste der Feldrundfahrt sind unter Beachtung der Hygienepflicht auf der Mohnschnecke unterwegs.
Panorama-Blick: Die Teilnehmer der Feldrundfahrt vor dem Ringgauer Ortsteil Grandenborn.

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