Wo geht die Fahrt des Medibus hin?

Menschen stehen vor dem roten Medibus
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Wie geht’s weiter mit dem Medibus? Das fragen sich (v.r.) Ärztin Doris Gronow, die beiden medizinischen Fachangestellten Samara Abhau und Mandy Werner und Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer.

Seit zwei Jahren läuft das Pilotprojekt Medibus. Doch nun stellt sich die Frage der weiteren Finanzierung, denn die läuft zum Ende des Jahres aus. 

Weißenborn. Seit gut zwei Jahren läuft mit dem Medibus ein Pilotprojekt, mithilfe dessen das Land Hessen, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und die Kommunen Weißenborn, Herleshausen und Sontra (Werra-Meißner-Kreis) sowie Nentershausen und Cornberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) eine mobile ärztliche Versorgung auf dem Land erproben. Nun stellt sich allerdings die Frage, wie es künftig mit dem Medibus weitergeht, denn die Finanzierung steht nur bis Jahresende auf sicheren Beinen.

600.000 Euro für zweijährige Testphase

In der zweijährigen Testphase habe der Medibus rund 600 000 Euro gekostet, teilt die KVH auf Nachfrage mit. Finanziert wird das Projekt derzeit noch über den Sicherstellungsfonds der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Krankenkassen. In diesem Zusammenhang suchten Thomas Mäurer (Bürgermeister Gemeinde Weißenborn), Thomas Eckhardt (Bürgermeister Stadt Sontra) , Achim Großkurth (Bürgermeister Gemeinde Cornberg) und Volker Heise (Büroleiter Gemeinde Nentershausen) sowie Dr. Eckhard Starke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, jetzt in Wiesbaden das Gespräch mit Ralf Pillok, Referatsleiter für Regionale Gesundheitsnetze im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. „Wir alle, das heißt, Kommunen, Land und KVH sind uns einig, dass dieses Projekt gut und zukunftsweisend ist, um dem Ärztemangel auf dem Land ein stückweit zu begegnen“, erklärt Thomas Mäurer. Nun müsse gemeinsam ein Fortführungskonzept erarbeitet werden. Dies soll laut Mäurer bis Oktober geschehen.

Mitarbeiter brauchen Sicherheit

„Wir müssen hierbei auch die Belegschaft im Blick haben“, gibt Mäurer zu bedenken, „denn gerade die Mitarbeiter müssen doch wissen, wie es mit ihrem Arbeitsplatz weitergeht.“ Dies bekräftigt auch das Medibus-Team, bestehend aus Ärztin Dr. Doris Gronow und den beiden medizinischen Fachangestellten Samara Abhau und Mandy Werner.

„Wir wissen aktuell noch nicht, was wir ab Januar machen und wünschen uns, schnell eine Antwort auf die Frage, wohin die Fahrt mit dem Medibus geht“, so die Mitarbeiterinnen.

KHV will, dass Medibus weiterrollt

Die KVH hat großes Interesse daran, dass der Medibus weiterrollt, da „dieser in der Region einen echten Mehrwert in Sachen medizinische Versorgung bedeutet“, teilt Sprecher Alexander Kowalski auf Anfrage mit. Der Medibus wirke dem mediznischen Versorgungsengpass entgegen, weil er mehrfach wöchentlich in den genannten Gemeinden Halt mache und die Patienten vor Ort versorge.

Entlastung für niedergelassenen Ärzte 

Dadurch würden auch niedergelassene Ärzte entlastet werden und gerade ältere Menschen könnten den Bus einfacher erreichen als lange Wege zur nächsten niedergelassenen Praxis auf sich zu nehmen. Ausgestattet ist der Bus wie eine richtige Arztpraxis und bietet somit eine gute Ergänzung. „Wir hoffen auf eine schnelle Lösung“, sagt Thomas Mäurer. Eine alternative Trägerschaft, zum Beispiel durch das sich im Aufbau befindliche Medizinische Versorgungszentrum in Sontra, sei beispielsweise im Gespräch.

Kommunale Beteiligungsfirmen im Gespräch 

Nachgedacht würde wohl auch über interkommunale Beteiligungsformen, etwa mit dem Land Thüringen. „Es gibt einige Ideen, die nun konkretisiert werden müssen“, sagt Thomas Mäurer, der als Nächstes eine Unterschriftenaktion initiieren will, um auf die Bedeutung des Medibusses für die Region, aber auch für die Mitarbeiterinnen, aufmerksam zu machen.

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