Kultur-Angebote gefragt

33 Flüchtlinge: Netraer informieren sich bei Bürgerinfo

Netra. Rund 583 Einwohner hat der Ringgauer Ortsteil Netra. Nun sind noch einmal 33 Personen hinzugekommen: Seit gut drei Wochen leben Flüchtlinge, in der Hauptsache Familien aus Syrien, in einer Gemeinschaftsunterkunft in zentraler Dorflage.

Während einer Bürgerinformationsveranstaltung am Montagabend nutzen rund 70 Netraer die Gelegenheit, die drängendsten Fragen rund um Integration, Ehrenamt und Ausländerrecht zu stellen.

? Wer bewohnt die Gemeinschaftsunterkunft in Netra?

! Im Gegensatz zu den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Grandenborn, in denen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zusammenleben, sind in Netra – mit einer Ausnahme – Syrer untergebracht. 16 der 33 Flüchtlinge sind Kinder. Die Betreuung übernimmt Sabrina Hoberock von der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die Mietkosten für das Gebäude trägt laut Ilona Friedrich vom Fachbereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales der Werra-Meißner-Kreis.

? Welche Bleibeperspektive haben die Netraer Flüchtlinge?

! Eine gute – denn Syrien gilt laut Thomas Naumann von der Ausländerbehörde des Kreises nicht als sicheres Herkunftsland. „Nachdem der Asylantrag gestellt ist, dauert es etwa vier bis fünf Monate, bis das Verfahren abgeschlossen ist“, so Naumann. Danach stehe es den Flüchtlingen frei, sich eine eigene Wohnung zu nehmen. „Es spricht also nichts dagegen, schnell mit der Integrationsarbeit zu beginnen.“

? Welche Hilfe wird noch benötigt?

! Grundsätzlich, so Awo-Flüchtlingsbetreuerin Runa Aasland-Jost, sei die Hilfsbereitschaft im Ringgau „überwältigend“. Viele Menschen engagierten sich bereits jetzt und sammelten Sachspenden wie Kleidung und Spielzeug. Auch Sprach- und kulturelle Angebote, Fahrdienste oder Kinder-Hausaufgabenbetreuung sind gefragt. Sämtliche Ideen werden zurzeit in der Gemeindeverwaltung gesammelt. Dort liegen auch Fragebögen aus, auf denen Interessierte ihre Angebote eintragen können.

? Wird es Veränderungen zugunsten der Verkehrssicherheit geben?

! Da die Unterkunft an einer vielbefahrenen Straße liegt, sorgen sich die Netraer um die Sicherheit der Flüchtlinge – auch im Hinblick auf spielende Kinder. „Boller am Gehweg, zwischen denen eine Kette gespannt ist, können erste Sicherheit bieten“, sagt Bürgermeister Klaus Fissmann.

Von Emily Spanel 

Rubriklistenbild: © dpa

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