Hotel Danica wurde Fritz-Delius-Haus - eine Wohnstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen 

Fritz-Delius-Haus Datterode
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Leben seit 20 Jahren in der Wohnstätte: Elke Domich (links) und Simone Pfister mit Wohnstätten-Leiter Matthias Kreiselmeyer und Constanze Jänsch vom Sozialen Dienst. 

Vor 20 Jahren kauft das Sozialunternehmen Werraland Lebenswelten das Hotel Danica in Datterode und gründete dort das Fritz-Delius-haus, eine Wohnstätte für Behinderte. 

Datterode. Seit nunmehr 20 Jahren betreiben die Werraland Lebenswelten eine besondere Wohnform für Menschen mit Beeinträchtigungen im Ringgauer Ortsteil Datterode. Nachdem das ehemalige Hotel Danica aufgegeben wurde, kaufte das Sozialunternehmen das leer stehende Haus. Namensgeber war der ehemalige Dekan Fritz Delius, der 1971 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Werkstätte für Behinderte Eschwege“ gehörte.

Jubiläumsfeier musste ausfallen 

Die große Feier mit Gottesdienst zum 20-jährigen Jubiläum aber muss ausfallen. Das Coronavirus machte den Planungen einen Strich durch die Rechnung. „Das holen wir aber in jedem Fall nach“, sagt Matthias Kreiselmeyer, Abteilungsleiter der Werraland-Wohnstätten.

35 Menschen leben dort 

Heute leben im Fritz-Delius-Haus Datterode 35 Menschen mit Unterstützungsbedarf, die in Schichtarbeit von 31 Mitarbeitern betreut werden. Mit Simone Pfister, Heike Kofahl und Elke Dömich leben heute noch drei Frauen in der Wohnstätte, die zu den Bewohnerinnen der ersten Stunde zählen. „Am 1. April 2000 sind die ersten Bewohner eingezogen. Simone und Heike waren die Allerersten“, erinnert sich Matthias Kreiselmeyer.

Die offizielle Eröffnung fand dann gut einen Monat später, am 13. Mai, mit einem großen Gottesdienst statt. Viele Gäste aus der Gemeinde waren anwesend. Damit wurde der Grundstein für ein tolles Miteinander gelegt. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen, und daran hat sich bis heute nichts geändert“, sagt Matthias Kreiselmeyer. Die Menschen mit Beeinträchtigungen sind wie selbstverständlich Teil der Gemeinde, sie gehören fest zum Dorfbild dazu. „Es gab und gibt keinerlei Berührungsängste“, sagt Constanze Jänsch vom Sozialen Dienst der Wohnstätte.

Einmal im Monat eine gemeinsame Andacht 

Einmal im Monat findet im Fritz-Delius-Haus eine Andacht für Bewohner und Gemeindemitglieder statt. Das sei mittlerweile eine schöne Tradition. Und die soll, so Constanze Jänsch, auch mit Ringgaus neuer Pfarrerin Stefanie Rudolf aufrecht erhalten werden. „Sie steht uns genauso offen gegenüber wie ihre Vorgänger – das freut uns sehr“, so Constanze Jänsch.

Bewohner schätzen Ruhe und ländliche Idylle 

In Datterode leben die Bewohner der Wohnstätte sehr gern. „Sie schätzen die Ruhe und die ländliche Idylle. Mit Lärm und Hektik können sie nicht gut umgehen“, sagt Constanze Jänsch. Außerdem biete das Fritz-Delius-Haus großen Komfort, wie er nur selten in Wohnstätten zu finden sei. Bis auf zwei Zimmer verfügt jedes über Terrasse oder Balkon. Und jedes Zimmer hat ein eigenes Bad.

In einem dieser Zimmer lebte vorübergehend auch der spätere und mittlerweile langjährige Abteilungsleiter Matthias Kreiselmeyer. Erstens hatte er sechs Monate Probezeit, zweitens – und das war für den bekennenden Franken noch viel wichtiger – musste er erst einmal ausprobieren, ob fern der Heimat das Heimweh nicht zu groß werden würde.

Er ist geblieben, genau wie Heike, Simone und Elke. 20 Jahre Fritz-Delius-Haus – eine bewegende Zeit mit und für Menschen.

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