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Gelungene Premiere für Antik- und Raritätenmarkt in Netra

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Von: Emily Spanel

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Alle Ausstellungsobjekte wurden ansprechend bei Kerzenschein auf Tischen in der Remise an der Brauhausstraße präsentiert.
Die Organisatoren Maria und Thomas Holzapfel aus Netra (von links) mit Nachbarn und Freunden Susanne Busch und Anneliese Bernhardt, die den Antik- und Raritätenmarkt gern tatkräftig unterstützten. © Emily Hartmann

Ein Besuch des ersten Netraer Antik- und Raritätenflohmarkts in Netra war wärmend für die Seele. Anfragen nach einer Wiederauflage gibt es bereits jetzt genug.

Netra – Jedes Stück hat schon etwas erlebt, jede Macke, jede Schramme erzählt eine kleine Geschichte. Wer Glück hat, erfährt sie bereits beim Kauf. Manchmal aber kann es sein, dass sie einem für immer verborgen bleibt. Er ist also ein Ort der Geheimnisse, der Antik- und Raritätenmarkt, eine Suche nach dem, was war. Diese Faszination hat längst auch den Ringgauer Ortsteil Netra erreicht: Am vergangenen Samstag öffnete dort erstmals ein ebensolcher Markt seine Pforten.

Der romantische Klang der Veranstaltung lockte weit über 200 Besucher auf das Areal der Remise von Thomas und Maria Holzapfel an der Netraer Brauhausstraße. „Dieser Zuspruch hat uns selbst überrascht“, sagt das Ehepaar glücklich. Kein Kitsch, kein Firlefanz, kein grässlicher Flohmarkt-Tand – stattdessen Raritäten und echte Sammlerstücke: So simpel ist das Geheimnis. Alle Objekte wurden von dem Ehepaar Holzapfel selbst ausgewählt und mit geschickter Hand präsentiert. Das Paar selbst hat ein spezielles Interesse und eine Beziehung zu schönen alten Dingen.

„Besonders wunderbar war es zu erleben, wie viele unserer Stücke positive Erinnerungen bei den Besuchern weckten“, sagt Maria Holzapfel. So wirkten etwa die Rosalinglas-Gefäße und das Sevres-Geschirr, die Aktentasche mit Henkelmann oder das alte Werkzeug wie ein sentimentaler Nostalgiefilter, wie eine Zeitreise in das Früher der Jugend: Längst vergangen und doch nie vorbei, weil reiche Erinnerungen es immer wieder aufwärmen. Es genügte die Haptik, ja vielleicht der Geruch von Leder und dazu ein Schwatz mit alten Freunden, Nachbarn und Bekannten, und schon badete die Seele in köstlicher Nostalgie. Sogar die frühere Besitzerin der Remise an der Brauhausstraße schaute vorbei, ließ sich von Thomas Holzapfel durch die Räumlichkeiten führen und vielleicht auch die „Exoten“ unter den Ausstellungsstücken erklären. Die Wärmflasche aus Schottland etwa, die irische Grubenlampe oder die schwere, gusseiserne Schulbank, ebenfalls aus Irland.

Alle Ausstellungsobjekte wurden ansprechend bei Kerzenschein auf Tischen in der Remise an der Brauhausstraße präsentiert.
Alle Ausstellungsobjekte wurden ansprechend bei Kerzenschein auf Tischen in der Remise an der Brauhausstraße präsentiert. © Emily Hartmann

In geselliger Runde lassen sich die gewonnenen Eindrücke am besten verarbeiten – genau richtig also das Engagement der Netraer Landfrauen, die auf der Freifläche mit Gegrilltem, selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und kühlen Getränken sowie bester Laune für die rundherum gelungene Verpflegung der Besucher sorgten.

Anfragen nach einer Wiederauflage gibt es genug; auch weitere Händler haben schon vorsichtig bei dem Ehepaar Holzapfel angeklopft. Das Paar wird entscheiden – ist aber vorerst überglücklich über die gelungene Reise in die Vergangenheit.

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