Faulgase aus der Kanalisation 

Gestank in Grandenborn: Neues Ventil soll Abhilfe schaffen

Quelle des Gestanks: Aus den Gullideckeln am Rendaer Weg und Am Gau treten Faulgase aus.
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Quelle des Gestanks: Aus den Gullideckeln am Rendaer Weg und Am Gau treten Faulgase aus.

Seit Jahren leiden die Bewohner des Rendaer Weges und der Straße Am Gau in Grandenborn unter üblen Gerüchen, die den Gullideckeln entweichen. Nun bahnt sich eine Lösung an. 

Die Lösung: Die Gemeinde hat am Rand von Grandenborn ein Ventil in die aus Renda kommende Abwasserleitung einbauen lassen, das Abhilfe schaffen soll.

Seit Jahren leiden die Bewohner des Rendaer Weges und der Straße Am Gau in Grandenborn unter üblen Gerüchen, die den Gullideckeln entweichen. Nun hat die Gemeinde am Rand von Grandenborn ein Ventil in die aus Renda kommende Abwasserleitung einbauen lassen, das Abhilfe schaffen soll.

Manch ein Anwohner der betroffenen Straßen hat hier im Kampf gegen die austretenden Faulgase schon zu findigen Mitteln gegriffen, wie etwa die Gullis mit Plastikfolie abzudecken. Das erwies sich bei Regen allerdings als ungünstig, denn dann stand plötzlich der Hof unter Wasser.

Abwasser bleibt zu lange in der Steigleitung stehen

Deshalb sattelte der Anwohner auf Tageszeitungen um, die (natürlich nach dem Lesen) bei Trockenheit gegen Gestank helfen und sich bei Nässe als durchlässig erweisen.

Grund der Geruchsbelästigung in den beiden Straßen ist, dass die Abwasserdruckleitung aus Renda kommend in der Ortslage Grandenborn in einem freispiegelnden Kanal entwässert wird. 

Weil in Renda für die große Leitung zu wenig Abwasser entsteht, bleibt dieses deutlich zu lange in der Steigleitung stehen und es bilden sich biogene Schwefelsäuren, kurz Faulgase. Die treten dann genau an den Stellen aus, wo der Abwasserkanal in Grandenborn in den Freispielegelkanal mündet.

Wirkung des neuen Ventils wird über Wochen geprüft

Um hier eine Entlastung für die Anwohner zu erreichen, haben die Gemeinde Ringgau und der Abwasserverband Wehretal-Sontratal nun in dem vorhandenen Revisionsschacht der Abwasserdruckleitung ein sogenanntes Be- und Entlüftungsventil eingebaut. „Dieser Versuch soll dazu dienen, eine Geruchsminimierung zu erzielen“, sagt Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann.

Die Wirkung werde über mehrere Wochen geprüft und weiter bewertet. Allerdings geht der Bürgermeister davon aus, dass sich durch das Ventil die Geruchsbelästigung reduzieren, aber nicht ganz vermeiden lässt. 

Über das Ventil sollen Faulgase entweichen.

„Hier sind weitere Schutzmaßnahmen der vorhandenen Kanalisation gegen die hochaggressiven Abwasser in Grandenborn im Bereich Am Gau erforderlich“, so Hartmann.

Rohr-in-Rohr-Methode soll die Lösung sein

So sei unter anderem vorgesehen, in dem Bereich die Stahlbetonkanäle zu sanieren. Das favorisierte Verfahren sei der sogenannte Schlauchliner, bei dem praktisch ein Rohr in das Rohr gezogen wird.

Dadurch ließe sich nicht nur der Austritt von Faulgasen minimieren, sondern die Kanäle würden auch vor der aggressiven Flüssigkeit geschützt. Das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro prognostiziert für die Schlauchliner einer Lebensdauer zwischen 30 und 40 Jahren, die Kosten liegen zudem weit unter denen einer offenen Kanalsanierung.

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