Zwei der drei Rambacher Kirchenglocken wurden vor 500 Jahren gegossen -Glockenfest am Pfingstmontag 

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Umrahmen die imposante Marienglocke im Kirchturm Rambachs: (von links) Ludger Arnold, Vorsitzender der Kreissynode, Kirchenälteste Ingrid Zündel sowie Pfarrer Rüdiger Pütz. Sie alle laden ein zum Glockenfest am Pfingstmontag. Foto: Spanel

Mit einem Glockenfest rund um die Kirche feiert Rambach am Pfingstmontag das 500-jährige Jubiläum von zwei der drei  Kirchenglocken, die 1518 gegossen wurden. 

Drei Glocken hängen im Turm der Kirche zu Rambach. Mit ihrem Klang geben sie dem Tag Struktur; rufen zu Gottesdiensten, Hochzeiten und auch Trauerfeiern. Zwei der Glocken wurden im Jahr 1518 gegossen – genau vor 500 Jahren. Gefeiert werden soll dieses besondere Jubiläum nun am Pfingstmontag mit einem Glockenfest rund um die Kirche des Ortes.

Glocken aus Zeit beginnender Reformation 

Rambach könne stolz sein auf diese Glocken aus der Zeit der beginnenden Reformation – so ist es in einem der Aufsätze zu lesen, die Pfarrer Rüdiger Pütz in seinen Recherchearbeiten im Vorfeld des Festes zusammengetragen hat. „Sie haben schon geläutet, vielleicht gar gestürmt, als die Fluten des Bauernkriegs auch ins Werratal und auf den Ringgau hinaufbrandeten und die Bewohner in wilde Aufregung und heiße Sehnsucht versetzten“, heißt es weiter.

Die Glocken

Die größte der drei Rambacher Glocken ist die Marienglocke, 276 Kilogramm schwer bei einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Fünf Reliefs befinden sich auf ihr; die Inschrift lautet „Maria heis ich Franciscus Kersten gos mich“. „Die Weihung der Maria ist ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit dieser Zeit“, erklärt Pfarrer Rüdiger Pütz.

Die zweite Glocke, ebenso von Franciscus Kersten im Jahr 1518 gegossen, ist mit einem Gewicht von 50 Kilogramm und einem Durchmesser von 46 Zentimetern zwar deutlich kleiner, aber in ihrer Historie nicht minder faszinierend. „Glockengießer wie Franciscus Kersten waren damals zwischen Aschermittwoch und Allerheiligen unterwegs; oft auf Jahre im Voraus bestellt, mit Modellen, Messinstrumenten, Schriftgieß- und Schmuckformen im Gepäck“, sagt Ludger Arnold, Vorsitzender der Kreissynode. Der Glockenguss direkt vor Ort sei bis in das 19. Jahrhundert hinein gängige Praxis gewesen.

„Über Jahrhunderte und Kriege, die auch in unserer Region gewütet haben, hinweg blieben die Rambacher Glocken unversehrt“, führt Ludger Arnold fort. Das spreche für eine gewisse Achtung und einen gehörigen Respekt, der Kirchen wie Glocken entgegengebracht worden sei. Eine dritte Glocke mit der Inschrift „Soli deo gloria. Gemeinde Rambach. Gegossen von Christian See aus Creuzburg im Jahr 1863“ musste im Ersten Weltkrieg abgegeben werden, weiß Pfarrer Rüdiger Pütz.

Die dritte Glocke kam 1955

„Erst im Jahr 1955 kam wieder eine dritte Glocke hinzu, 163 Kilogramm schwer.“ Möglich geworden war die Anschaffung durch eine Haussammlung, welche 1700 Deutsche Mark Spenden einbrachte. Am 30. Oktober 1955 wurde die jüngste der Rambacher Glocken durch Propst Greß aus Eschwege geweiht. „1973 wurden drei elektrische Läutemaschinen sowie eine elektrische Schaltuhr installiert“, so Pütz. (esp)

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