Jubiläum

Grandenborn hat 750-jähriges Jubiläum und stellt Ortschronik vor

Die Autoren der neuen Ortschronik von Grandenborn: von links Hans Isenberg, Dr. Jochen Ebert, York-Egbert König, Dr. Karl Kollmann und Dr. Thomas Dhiel.
+
Die Autoren der neuen Ortschronik von Grandenborn: von links Hans Isenberg, Dr. Jochen Ebert, York-Egbert König, Dr. Karl Kollmann und Dr. Thomas Dhiel.

Der Ringgauer Ortsteil Grandenborn hat 750-jähriges Jubiläum. In einer Ortschronik wurden nun nicht nur die Vereine vorgestellt, auch fünf Autoren arbeiteten die Geschichte des Ortes auf.

Grandenborn – Mit in das Jahr 1600 nahm Dr. Thomas Dhiel seine Zuhörer und stellt die Frage, wie sich ein Einwohner Grandenborns zu dieser Zeit wahrgenommen habe. Im Hinblick auf die Gegebenheiten zu dieser Zeit sagt er, als was sich ein Einwohner vor über 400 Jahren wohl in erster Linie gesehen haben muss: „Ich bin Grandenbörner.“

Historische Themen, zu denen sie Beiträge für die Festschrift verfasst haben, stellten die fünf Autoren bei der Vorstellung dieser zum 750. Jubiläum Grandenborns im Rahmen eines Festakts am Samstagabend im Saal des Teichhofs vor. Birgit Schmidtke vom Förderverein der ländlichen Strukturen Grandenborn konnte dazu unter anderem Bürgermeister Mario Hartmann, die Autoren mit Dr. Dhiel als deren Kopf, Otto von Boyneburgk und Dr. Hans-Peter Marsch begrüßen.

Die Urkunde vom 4. August 1270, nach der das aufgrund der Corona-Pandemie verschobene Jubiläum in diesem Jahr gefeiert werden sollte, nannte Dr. Karl Kollmann und erklärte: „Das ist keine Gründungsurkunde. Grandenborn ist sicher älter.“

Zudem ging er auf die mögliche Herkunft des Ortsnamens ein, der sich mit „-born“ zwar auf eine Quelle oder im weitesten Sinne auch auf einen Teich beziehe, bei dem jedoch die Bedeutung des ersten Teils nicht ganz geklärt werden könne.

Während er für die Festschrift unter anderem Unterkapitel zu Wüstungen und somit zu untergegangenen Siedlungen verfasst hatte, konnte Dr. Jochen Ebert die Frage danach beantworten, ob Grandenborn im 18. Jahrhundert zu den gut situierten Orten zählte. Er erklärte, dass man lange Zeit davon ausgegangen sei, dass ein Dorf einer Region exemplarisch für alle anderen dort stehen könne, was inzwischen widerlegt sei.

Anhand von Steuertabellen, die ab dem Jahr 1737 die vorher geführten Saalbücher ablösten, ließen sich Unterschiede erkennen. Dass es hier in der Region unterschiedliche Arten von Dörfern gegeben hat, erklärte er, nannte Tagelöhner-, Fuhrleute-, Leineweber-, Handwerker- und Bauerndörfer.

Zu den Ackermännerdörfern habe Grandenborn aufgrund seiner Lage und der großen Gemarkung gezählt, was bedeutet, dass die Landwirtschaft den Ort geprägt haben muss. Der Frage, wie sich ein Lehrer im 19. Jahrhundert den Bau eines vergleichsweise teuren Hauses geleistet haben könne, war Hans Isenberg für die Festschrift nachgegangen, nachdem er die Inschrift eines Gebäudes bemerkt hatte.

Sowohl den Erbauer des Hauses als auch einen zweiten Lehrer, der mit diesem zusammen 74 Jahre des Schullebens in Grandenborn während des 19. Jahrhunderts abdeckt, hatte Isenberg in den Fokus seiner Arbeit zu diesem Thema gestellt. Er erklärte, dass sich im Bereich Schule zu dieser Zeit vieles verändert habe und Lehrer etwa 137 Taler jährlich verdienten.

Dabei berichtete er unter anderem von einem Lehrer aus der Region, der bereits im Alter von 16 Jahren in diesem Beruf arbeitete und wie viele andere auch eine nachträgliche Prüfung ablegen musste, als ab 1830 alle Lehrer eine Seminarausbildung haben mussten.

Birgit Schmidtke dankte den Autoren, die einige Themen der Festschrift vorgestellt hatten und auf Fragen der Besucher eingegangen waren. Insgesamt zwei Jahre haben die Arbeiten an der Festschrift gedauert, in denen neben Beiträgen zur Geschichte Grandenborns auch die Vereine des Ortes vorstellen. Für 12,50 Euro kann die Festschrift erworben werden. (Von Eden Sophie Rimbach)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare