Windanlage bei Netra abgelehnt

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Brut- und Bewegungsraum des Rotmilans darf durch die Windkraftanlagen nicht gefährdet werden. In Ringgau sind die Tiere heimisch. 

Für eine erste Windkraftanlage der Firma Eno Energy im geplanten Windpark Netra(Ringgau) hat das Regierungspräsidium Kassel die Genehmigung versagt. 

Netra/Kasse.  Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat den Antrag der Firma Eno Energy auf Errichtung und Betrieb einer Windenergieanlage bei Netra abgelehnt. Das teilte die Behörde jetzt mit. „Dem Vorhaben stehen naturschutzfachliche und naturschutzrechtliche Belange entgegen“, so der Sprecher des RP, Michael Conrad. Als Grund nannte er, dass durch den Betrieb vor allem für Rotmilane und Uhus mit Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Geplant war eine Anlage mit einer Leistung von 4,5 Megawatt, einer Nabenhöhe von 164 Metern und einem Rotordurchmesser von 149 Metern.

Eno Energy ist mit Planung am weitesten

Die Firma Eno Energy hatte 2018 eine erste Anlage und 2019 eine weitere in das Genehmigungsverfahren gegeben. In den beiden Vorranggebieten 35 und 38 in Ringgau planen auch die Unternehmen Vortex Energy und Ostwind Windanlagen – diese befinden sich aber noch nicht im Verfahren.

Gemeinde bisher nicht informiert

Die Gemeinde Ringgau selbst ist bisher noch nicht von der Ablehnung des Vorhabens von Eno Energy durch das RP informiert worden, bestätigte Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann auf Anfrage. „Mich wundert, dass wir als Standortgemeinde bisher nichts erfahren haben“, sagte er. Die Entscheidung beim RP muss nach Informationen unserer Zeitung aber bereits Anfang März gefallen sein.

Teilerfolg für BI

Als einen Teilerfolg hingegen nahm die Ringgauer Bürgerinitiative gegen Windkraft die Nachricht auf. „Das ist eine gewonnenen Schlacht, aber noch kein gewonnener Krieg“, sagte ein Sprecher der BI, Thomas Holzapfel. In dem Gebiet 35 plant Vortex Energy fünf Anlagen, Ostwind drei; in dem Gebiet 38 will Ostwind weitere drei bauen.

Eno Energy prüft Bedingungen 

Ob Eno Energy vor einem Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums Kassel klagen wird, ist noch offen. „Das hat die Geschäftsleitung noch nicht entschieden“, sagte Roland Forberger, Projektentwickler bei dem Unternehmen.

Es werde derzeit noch geprüft, ob eine Klage Sinn ergebe. Immerhin habe das Projekt schon einiges an Kosten verschlungen.

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