Gemeinde entsteht Schaden von 60.000 Euro – Bürgermeister stellt Strafanzeige

Kläranlage Weißenborn mit Gülle verseucht

Weißenborn. Große Mengen an Gülle sind in den vergangenen Tagen in die Kläranlage der Gemeinde Weißenborn gelangt. Dadurch wurde die Anlage so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie zurzeit nicht in Betrieb genommen werden kann.

Laut Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer erfolgte die Einleitung mutwillig. Insgesamt entstand der Gemeinde ein Schaden in Höhe von 60.000 Euro.

Keine Gefahr für Gesundheit

Durch die Verunreinigung der Kläranlage in Weißenborn entstehen keine gesundheitlichen Risiken für die Einwohner. Darauf weist Bürgermeister Thomas Mäurer hin. Auch sei es nicht nötig, sein gewohntes Verhalten umzustellen. Die Abwasserwirtschaft werde vorübergehend vom Zentralklärwerk Eschwege übernommen, sagt Jens Franz. Wann die Weißenborner Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann, steht noch nicht fest. Dazu müssen zunächst die Proben-Ergebnisse abgewartet werden. Danach richtet sich, ob der Schlamm in einem Pufferbehälter in Eschwege eingelagert und verarbeitet werden kann oder gleich ganz entsorgt werden muss. (esp)

„Für Weißenborn kommt das einer finanziellen Katastrophe gleich“, sagt Mäurer, der mittlerweile Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat. Die klamme Schutzschirm-Kommune sei gezwungen, den Betrag auf die Bürger umzulegen, würden der oder die Täter nicht überführt. „Pro Einwohner würden dann allein in diesem Jahr 46 Euro zusätzlich fällig“, sagt der Bürgermeister.

Gemeinsam mit Polizei und Sachverständigen werden derzeit gezielt die Gülle- und Jauchegruben von aktiven wie ehemaligen Landwirten in der Umgebung aufgesucht und Proben entnommen. Auch ein ortsansässiges Unternehmen wurde bereits überprüft. Alle entnommenen Proben werden an das Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz geschickt. „Bis die Proben ausgewertet sind, kann es noch bis zu drei Tagen dauern“, sagt Jens Franz vom Zentralklärwerk in Eschwege.

Obwohl das Klärwerk Weißenborn autark ist, wird seine Betreuung von Mitarbeitern des Zentralklärwerks übernommen. Dort fiel auch die massive Veränderung des Klärschlammes auf: Der habe einen raschen Farbwechsel vollzogen, statt hellbraun sei er plötzlich grau und schließlich schwarz geworden. „Das ist ein deutliches Zeichen für das Umkippen der Anlage“, sagt Franz. Zum ersten Mal sei das über die Pfingstfeiertage passiert. Durch das Einleiten von sogenanntem Belebungsschlamm sei noch gegengesteuert worden. Eine zweite Gülle-Welle zu Wochenbeginn habe die Anlage dann nicht mehr verkraftet.

Von Emily Spanel

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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