Kita im Ringgau bereitet sich auf die U-3-Betreuung vor

„Kleine Hände“ werden jünger

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Bürgermeister Klaus Fissmann (links) und Parlamentsvorsteher Reinhard Sennhenn übergeben Kitaleiterin Simone Held einen Scheck über 360 Euro.

Netra. Im Sinne der Demokratie sollten immer möglichst viele Gemeindevertreter und Vorstandsmitglieder zu den Parlamentssitzungen erscheinen. Die Weihnachtssitzung im Ringgau hat aber noch einen zusätzlichen Reiz: Das Sitzungsgeld von jeweils 15 Euro spenden die Politiker jedes Jahr an einen Verein oder eine gemeinnützige Institution.

Diesmal darf sich zum fünften Mal die evangelische Kindertagesstätte „Die kleinen Hände“ in Netra freuen. 360 Euro waren am 20. Dezember zusammengekommen. Das Geld, so Kita-Leiterin Simone Held, komme wie gerufen. Zwar ist es nicht zweckgebunden, soll aber, so des Bürgermeisters Wunsch, für die Unterdreijährigen verwendet werden, die ab 1. August ihren Platz in der Kita erhalten.

Derzeit, so erzählt Simone Held, steckten die insgesamt elf Erzieherinnen noch in der Fortbildungsphase. „Wir werden Kinder ab einem Jahr aufnehmen. Das ist schon eine größere Herausforderung als die älteren Kindergartenkinder“, sagt sie.

Von den veranschlagten 25 000 Euro zahlt die Gemeinde 80 Prozent, die Kirche 20. Zuschüsse vom Land sind beantragt. Im April, spätestens Mai sollen die Umbaumaßnahmen losgehen. Der Raum, in dem derzeit noch die Katzengruppe untergebracht ist, wird speziell für Kleinkinder hergerichtet. Die Toiletten sind dann nur noch 30 Zentimeter hoch, eine Waschrinne wird die Waschbecken ersetzen, und auch ein Wickeltisch wird eingebaut.

Zu dem nebengelegenen Schlafraum sollen laut Plan ein Durchbruch geschaffen und die Wand über die komplette Breite verglast werden. „So können wir diesen Raum zusätzlich für die Betreuung nutzen“, sagt Held.

Es ist ein neues Gesetz, das den Eltern ab August das Recht auf einen Kitaplatz zusichert. Der Bedarf sei aber auch da, so Held. Für alle 26 U-3-Plätze hat sie bereits Voranmeldungen. Alle ganztags, von 7 bis 17 Uhr. „Heute arbeiten ja oft die Großeltern auch noch, es ist einfach eine andere Gesellschaftsstruktur“, sagt Held.

In der Kita wird es ab August auch eine andere Struktur geben. In einer reinen U-3-Gruppe kommen zehn Kleinkinder unter. Sie ziehen in den umgebauten Raum ein. Die beiden je 20 Kopf großen Kindergartengruppen werden zu übergreifenden Gruppen. In ihnen können jeweils bis zu fünf Unterdreijährige betreut werden. „Auf diese Art bleiben wir flexibel und können der Nachfrage entsprechend die Plätze vergeben“, sagt Held. In der Zweigstelle in Datterode werden sechs U-3-Betreuungsplätze geschaffen.

„Wir sind froh“, freut sich Klaus Fissmann, „dass unser Kindergarten so gut ausgelastet ist. Das war nicht immer so.“ Der Gemeindechef sieht das volle Haus sowohl in Netra als auch in Datterode zugunsten der Gemeinde als Sicherheit für den Fortbestand der Grundschule im Ort. Einen Teil der 360 Euro will Held für die Außenanlage verwenden. Der Rest werde in kleinkindgerechtem Spielzeug angelegt.

Von Stefanie Müller

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