Mitgliederschwund

Den Landfrauen fehlt es an Nachwuchs

Junge Landfrauen sind die Ausnahme: Diana Schäfer (links) und Sabrina Sippel aus Netra. 

Eschwege. Den Landfrauen im Werra-Meißner-Kreis fehlt es an zunehmend an Nachwuchs. Grund dafür ist vor allem der demografische Wandel. Bereits in den vergangenen Jahren mussten die Vereine in Schwebda, Rodebach und Oberdünzebach deshalb aufgelöst werden.

Im Kreisteil Eschwege gibt es noch 41 Ortsvereine, in denen 1818 Frauen Mitglied sind. Im Jahr 2010 waren es 1925, im Jahr 1988 - absoluter Höchststand - noch 2232 Mitglieder. Austritte gibt es laut Ulrike Zindel, Erste Vorsitzende im Bezirkslandfrauenverein Eschwege, wenig. Dass Jüngere nicht in einen Landfrauenverein eintreten wollen, läge zum Teil an dem Image, das den Landfrauen anhaftet. „Viele stellen sich vor, dass dort gestrickt und gekocht wird und nur ältere Leute anwesend sind“, sagt Helga Kawe, Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Witzenhausen. Es gehe bei den Landfrauen jedoch um die Lebenssituationen aller ländlichen Frauen, sagt Kawe. „Wir haben noch nicht das richtige Konzept gefunden, wie man jüngere Leute dazu animieren könnte, in den Landfrauenverein einzutreten“, erklärt Kawe. Im Kreisteil Witzenhausen gibt es derzeit 18 Ortsvereine mit 700 Mitgliedern. Im Kreisteil Eschwege versucht der Vorstand indes mit verschiedenen Events, auch jüngere Frauen zum Mitmachen zu motivieren. Vor kurzem wurde ein Landfrauenchor in Oberhone gegründet, den jede Frau aus den Ortsvereinen besuchen kann. Ein Trommel-Workshop wird ebenfalls angeboten. Auch gesundheitliche Fragen, wie zum Beispiel zum Thema Hautkrebs und die Untersuchung der Brust, stehen bei den Landfrauen im Fokus. Im Ringgauer Ortsteil Netra gab es im vergangenen Jahr einen Nachwuchsschub. Gleich zehn junge Frauen sind dort dem Landfrauenverein beigetreten und konnten somit die Sorge um den Nachwuchs vorerst bremsen. (kie)

 

Lesen Sie außerdem in der gedruckten Montagsausgabe der Werra-Rundschau ein Interview mit zwei jungen Landfrauen aus Netra.

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