Betreiberfamilie setzt sich zur Wehr

Gemeinde schickt Räumungsanordnung: Minigolf in Datterode vor dem Aus?

Auf diesen Bahnen ruht zurzeit der Ball: Eigentlich sollte die Minigolf-Saison in Datterode regulär zum 1. Mai beginnen. Doch wegen Sicherheitsbedenken ist die Anlage zurzeit gesperrt; eine Räumung soll folgen. Fotos: Spanel

Datterode. Peter Lindenau will kämpfen. Kämpfen für die Minigolfanlage am Datteröder Hasselbach, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Wilma im Jahr 2013 übernommen hat – und zwar „so lange, bis es nicht mehr geht“. Dieser Zeitpunkt könnte früher gekommen sein als gedacht, denn den Lindenaus liegt eine Räumungsanordnung der Gemeinde Ringgau vor. Die darin gesetzte Frist läuft am heutigen Montag ab.

Die Vorwürfe 

Für den Publikumsverkehr ist die Anlage bereits seit einigen Tagen mit Flatterband abgesperrt. „Schon der Eingangsbereich ist marode und in einem sehr schlechten Pflegezustand“, sagt Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann. Die Instandhaltung des Platzes lasse zu wünschen übrig; dazu sammele sich überall Sperrmüll. „Hier ist Gefahr im Verzug“, sagt der Bürgermeister. Als Ordnungsbehörde sei er deshalb in der dringenden Verantwortung, zu handeln.

Die Reaktion 

Peter Lindenau hat sich mittlerweile einen Rechtsbeistand genommen. Die von der Gemeinde gesetzte Frist will er verstreichen lassen: „Wir hatten mit Zustellung des Briefes lediglich 13 Tage Zeit, um unser Hab und Gut zu packen. Das ist nicht nur nicht zu schaffen, sondern eine Frechheit.“ Als „Schlag ins Gesicht“ für das Ehrenamt bezeichnet Udo Eyrich vom Vorstand des Minigolfvereins Datterode die Räumungsanordnung. „Fair wäre es gewesen, uns die Saison noch zu Ende spielen zu lassen“, sagt Eyrich. Dann hätte der Verein auch noch genügend Zeit gehabt, sich umzuorientieren.

Die Ausgangslage 

2013 haben Peter und Wilma Lindenau den Platz von ihrem Vorgänger übernommen – mündlich. „Eine schriftliche Version des Pachtvertrages ist leider nicht mehr auffindbar“, sagt Sohn Sven Lindenau. Doch seine Eltern hätten den Betrieb der Anlage auch ordnungsgemäß als Nebenerwerb angemeldet. „Einen Pachtvertrag zwischen den Lindenaus und der Gemeinde gibt es nicht“, sagt dagegen Bürgermeister Klaus Fissmann. „In den vergangenen Jahren wurde die Familie geduldet.“ Die Lindenaus hätten die Anlage betrieben; im Gegenzug sei auf Zahlungen verzichtet worden.

Die Pläne 

Nach dem Willen der Gemeinde soll die 40 Jahre alte Anlage zurückgebaut werden und eine Streuobstwiese auf dem Areal entstehen. Das Gelände soll für Einheimische und Touristen geöffnet werden, die mit der Eröffnung des Premiumwanderwegs 19 immer zahlreicher nach Datterode strömen. „Auch die Wassertretanlage könnte dazu wieder instand gesetzt werden“, sagt Fissmann. Vereine aus dem Ort hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, sich um die Pflege zu kümmern.

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