Ringgau plant deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt

Netras Ü3-Kinder sollen in Schule unterkommen

Röhrda. Die Gemeinde Ringgau plant, völlig neue Wege in der Betreuung der über Dreijährigen einzuschlagen: Künftig sollen die Kindergartenkinder des Standorts „Kleine Hände“ in Netra in der Mittelpunktgrundschule Röhrda untergebracht werden.

Der Schulbetrieb soll dabei unverändert weiterlaufen. Bis zum voraussichtlichen Start des deutschlandweit einzigartigen Modells zu Beginn des Schuljahres 2016/17 müssen 745 000 Euro in Umbauarbeiten investiert werden.

„Der Standort Netra wird erhalten“, bekräftigte Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann während der Vorstellung des Pilotprojektes vor der Gemeindevertretung. Durch den Umzug der über Dreijährigen könne dringend benötigter Platz für die Krippengruppen geschaffen werden: Bis zu 36 statt der bisher 24 Kinder würden dann in Netra betreut.

„Der Kindergarten und die Krippe der Gemeinde sind derzeit voll belegt“, sagt Bauamtsleiter Patrick Finke. Problematisch daran sei, dass nun sämtliche Erweiterungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien: „Ein Übertritt der Dreijährigen aus der Krippe in den Kindergarten ist nicht möglich.“ Bedacht werden müsse auch, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch für Asylbewerber gelte und entsprechender Raum auf Anfrage bereitgestellt werden müsse.

Die Grundschule in Röhrda ist dagegen für 230 Kinder ausgelegt, genutzt wird sie aber nur von 80. „Die Unterbringung von Kindergarten- und Schulkindern unter einem Dach birgt viele Chancen für die pädagogische Arbeit“, sagt Schulleiterin Martina Beck. Zu Lasten der Schulkinder, die nach aktuellem Stand getrennt von den über Dreijährigen im Obergeschoss der Schule untergebracht werden, werde die Belegung keinesfalls gehen. Das sieht auch Pfarrerin Andrea Kaiser als Vertreterin des Trägers ähnlich: „Das Projekt ist familienfreundlich und wird die Kommune Ringgau voranbringen.“

Von Emily Spanel

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