Tagespflege als Alternative

Ringgau: Gemeinde will Engpässe bei Kinderbetreuung mit Tageseltern überbrücken

Familiär und individuell: Eine Tagesmutter liest mit Zwillingen ein Buch. Wer in einer großen Kita oder Krippe keinen Platz findet oder es lieber kleiner mag, für den sind Tagespflegestellen eine Alternative.
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Familiär und individuell: Eine Tagesmutter liest mit Zwillingen ein Buch. Wer in einer großen Kita oder Krippe keinen Platz findet oder es lieber kleiner mag, für den sind Tagespflegestellen eine Alternative.

Statt eines Millionen Euro teuren Kitaneubaus favorisiert die Gemeinde Ringgau, ihre Engpässe in der Kinderbetreuung über das Modell von Tagesmüttern beziehungsweise Tagesvätern zu lösen.

Ringgau – Denn die Betreuungskapazitäten für Krippen- und Kitakinder in Ringgau werden in den kommenden drei Jahren ziemlich knapp werden.

„Wir werden mit der Auslastung der Krippe und der Kita in Röhrda an der Obergrenze sein“, sagt Bürgermeister Mario Hartmann. Dennoch wäre es jetzt „fatal“, in etwas komplett Neues zu investieren, was in einigen Jahren gar nicht mehr gebraucht werde.

Daher bewirbt die Gemeinde Ringgau jetzt aktiv die Tageseltern und will damit zum einen Eltern ansprechen, die eine Betreuung für ihr Kind suchen, aber auch Menschen, die sich potenziell für eine Ausbildung als Tagesmutter/-vater interessieren. „Wir wollen die Stellung von Tageseltern voranbringen“, sagt der Bürgermeister, denn die Frage sei, ob überhaupt alle Eltern von der Möglichkeit der Tagespflege wüssten.

Aktuell gibt es in der Gemeinde vier Tagespflegestellen, in denen die Kinder in familiärem Umfeld und kleinen Gruppen betreut werden. Zum Teil sind dort auch noch Betreuungskapazitäten frei. Zu den Ringgauer Tagesmüttern gehören Johanna Aßmann in Röhrda, die Sozialpädagogin Katharina Hoßbach sowie Martina Hoßbach in Rittmannshausen und Jennifer Rösich in Datterode.

Auch die Familienbildungsstätte (FBS) in Eschwege, die die Tageseltern kreisweit ausbildet, vermittelt und koordiniert, verzeichnet inzwischen aus dem Ringgau eine stärkere Nachfrage nach dem Betreuungsmodell. „Es waren aber vor allem Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder gesucht haben“, sagt Christina Manegold von der FBS. Für den im September neu beginnenden Ausbildungskurs sei bisher keine Anmeldung aus dem Ringgau eingegangen.

Die Kita in Röhrda, die 100 Plätze hat, wird Prognosen nach zu Beginn des Jahres 2023 mit 13 Kindern überfüllt sein. Allerdings kämen dann auch zwei besonders geburtenstarke Jahrgänge in die Einrichtung. 2016/17 wurden in der Gemeinde 29 Kinder geboren, 2017/2018 waren es 30. 100 Prozent der Kinder werden spätestens mit drei Jahren für den Kindergarten angemeldet. Die Gemeinde Ringgau hat kürzlich einen Aufnahmestopp für Kinder in ihren Einrichtungen beschlossen, die nicht in der Gemeinde wohnen.

Von Stefanie Salzmann

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