70 Milchbauern weniger: Bundeslandwirtschaftsminister hört sich Sorgen der Landwirte an 

Besuch auf dem Hof: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (links) mit Landwirt Norman Wagner aus Datterode. Foto: Künemund

Datterode. Seit 2009 hat sich die Zahl der Milchviehbetriebe bis zum heutigen Tag im Werra-Meißner-Kreis von 147 auf 77 reduziert. Unter anderem wegen dieser wirtschaftlichen Schieflage in der Branche war Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gestern zu Gast in Datterode.

Mit den Vorsitzenden der Kreisbauernverbände Werra-Meißner, Torsten Möller, und Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, diskutierte er über die Zukunft der heimischen Bauern.

„Es werden noch mehr aufhören, da bin ich mir sicher“, sagte Möller in diesem Zusammenhang. Nicht spurlos vorbeigegangen seien an den Landwirten die Schreckensjahre, als der Preis für den Liter Milch bei 22 Cent lag. „Unter solchen Voraussetzungen muss man trotz 140 Tieren und gut ausgebildeten Nachwuchskräften seine Konsequenzen ziehen“, so Möller.

Bundesminister Schmidt stellte dies nicht infrage und versicherte Möller, sich dafür stark zu machen, dass es nie wieder zu einer solchen Krise kommt. „Es kann nicht sein, dass der Erzeuger büßen muss, wenn die Nachfrage sinkt“, meinte der Politiker, der auf Einladung des CDU-Bundestagskandidaten Timo Lübeck auf den Milchviehbetrieb Wagner in Datterode zum Dialog nach einer Betriebsführung gekommen war. Schmidt will sich zum einen dafür einsetzen, dass Bauern nicht den Puffer zahlen und dann trotz weniger Absatz mehr produzieren müssen. „Das ist der Super-Gau“, stimmte Kreisbauernverbandsvorsitzender Torsten Möller zu. Daher müssten Regelungen in Beziehungen zwischen Supermärkten und Landwirten getroffen werden. „Die Fixkosten haben die Erzeuger. Sie sollten insofern geschützt werden, als dass sie 15 Jahre wirtschaftliche Planungssicherheit haben – gerade mit Blick auf teils hohe Investitionsvolumen“, sagte Christian Schmidt.

Ein weiteres Problem brachte Möllers Kollege aus Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, ins Spiel: Nämlich, dass angesichts von Autobahnausbau und etwaiger Verlegung der Suedlink-Trasse keine ausreichenden Ausgleichsflächen für Bauern geschaffen würden. Die einzig faire Lösung seien wiederkehrende regelmäßige Entschädigungsbeiträge. Schmidt pflichtete dem bei. 

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