Ein Gefühl wie zuhause

Die Männerfrühstück-Gruppen aus Datterode und Röhrda werden 20 Jahre alt

Datterode/Röhrda. Gemeinsamkeit macht glücklich: Erkannt haben das die Männer aus den Ringgauer Ortsteilen Datterode und Röhrda schon vor zwanzig Jahren. Seitdem ist das „Männerfrühstück“, ein lockerer Zusammenschluss zumeist älterer Männer, eine feste Institution des Gemeindelebens.

So steht seit Ende November des Jahres 1997 an jedem ersten Donnerstag im Monat die Geselligkeit im Fokus – in gemütlicher Runde, bei einem schmackhaften, ausgewogenen Frühstück, eben beinahe wie zuhause. „Wir sind kein Verein“, sagt Gerhard Ludwig von der Männerfrühstücks-Gruppe aus Datterode, „starre Strukturen oder gar einen Anwesenheitszwang gibt es nicht. Wer da ist, ist da – und alle sind jederzeit herzlich willkommen.“ Besonders schön, sagt Gerhard Ludwig, sei es, gerade Alleinstehende unter Leute zu bringen – und geboten wird bei den wissbegierigen Männern allerhand.

Im Sommer etwa sind die Gruppen – Datterode und Röhrda treffen sich üblicherweise getrennt, aber zweimal pro Jahr wird gemeinsam etwas unternommen – viel unterwegs. Da wird etwa eine Fahrt an den Edersee unternommen, der Hessische Landtag in Wiesbaden besichtigt, und die Schätze der Region werden erkundet: das Gestüt Altefeld, die Zigarrenfabrik in Treffurt und die Kautabakfabrik in Witzenhausen.

Im Winterhalbjahr, sagt Reinhard Schmidt von der Männerfrühstücks-Gruppe aus Röhrda, beginnen die Treffen mit einer Andacht, bevor sich gute Gespräche entwickeln – und auch die Erwachsenenbildung kommt nicht zu kurz. Organisiert werden regelmäßige Vorträge zu den Themen Gesundheit, Verkehrserziehung und vielen mehr.

Entstanden ist das Männerfrühstück auf Anregung des ehemaligen Pfarrers Kai Uwe Schröter – und auch nach seinem Weggang wird die Tradition von den Männern weiter gern gepflegt. 93 Jahre ist Peter Sippel, das älteste Mitglied aus Datterode, mittlerweile alt; in Röhrda ist Willi Deiß mit 88 Jahren noch begeistert wie am ersten Tag.

„Natürlich sind wir über die Jahre weniger geworden“, sagt Gerhard Ludwig, selbst Mitglied der ersten Stunde, „ein Problem, mit dem in der heutigen Zeit viele Zusammenschlüsse zu kämpfen haben.“ Aufgeben, und das ist auch klar, will niemand die lieb gewonnene Institution – und so sind Mitglieder, auch solche, die sich in der Organisation einbringen möchten, jederzeit willkommen.

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