Grandenborns Ortsvorsteher wirft hin: Nach zwölf Jahren hört Karl-Heinz Siebert auf

Karl-Heinz SiebertOrtsvorsteher Grandenborn

 Grandenborns Ortsvorsteher Karl-Heinz Siebert hat zum Ende des Monats sein Amt niedergelegt und scheidet auch aus dem Ortsbeirat des Ringgauer Ortsteils aus.

Siebert war zwölf Jahre Ortsvorsteher von Grandenborn und seit 27 Jahren im Ortsbeirat. Die Aufgaben übernimmt nun sein bisheriger Stellvertreter Jens Hollstein.

„Persönliche Gründe“ habe er gehabt, sagt Siebert. Die allerdings seien sehr triftig gewesen. „Sonst hätte ich die Amtszeit bis zur Kommunalwahl nächstes Jahr noch regulär beendet“, sagt er. Es hätte keine gute Zusammenarbeit mehr gegeben, Anfeindungen seien zum Teil „wirklich unter die Gürtellinie“ gegangen. Zwischen wem es zu diesen Zwistigkeiten kam, will Siebert nicht öffentlich sagen. „Die Menschen, die es betrifft, wissen schon, wer gemeint ist“, sagt er. Er wolle das „nicht öffentlich breittreten“. Seine Mitstreiter aus dem Ortsbeirat jedenfalls seien es nicht gewesen. „Unsere Zusammenarbeit war immer bestens. Beinahe hätte der gesamte Ortsbeirat sein Amt niedergelegt, als ich sagte, dass ich aufhöre.“

Konflikte hatte es seit geraumer Zeit zwischen dem Ortsbeirat und dem Förderverein Grandenborn, unter dessen Dach die Grandenbörner Vereine gebündelt sind, um die Nutzung der Grillhütte in dem Ortsteil gegeben. So wollte der Förderverein die Grillhütte umbauen, um sie gezielter in der Saison der Mohnblüte nutzen zu können – dort sollte für anreisende Mohntouristen Essen und Trinken verkauft werden. Gegen einen Umbau allerdings hatte sich der Ortsbeirat ausgesprochen: Der Verein könne die Grillhütte nutzen, aber ohne bauliche Veränderungen vorzunehmen.

Eine Einigung zwischen Förderverein und Ortsbeirat kam nicht zustande, stattdessen wollte der Verein die Hütte von der Gemeinde für kleines Geld pachten. Doch das geschah am Ortsbeirat vorbei. Als der davon Wind bekam, musste eine Krisensitzung mit dem Gemeindevorstand einberufen werden. Man verständigte sich darauf, dass der Verein keinen Pachtvertrag für die Hütte bekommt, sie aber während der Mohnblüte nutzen darf. So weit, so gut.

Doch dann baute der Verein bereits auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes einen Übergang zur Straße – der musste auf Anordnung der Gemeinde inzwischen wieder zurückgebaut werden. Auch ein Holzofen wurde eingebaut – den hat der Schornsteinfeger inzwischen abgenommen und er darf bleiben. Nur wird es vermutlich wegen der Corona-Pandemie zumindest in diesem Jahr keinen Massenansturm auf die Mohnblüte geben.

Karl-Heinz Siebert will sich unterdessen weiter in der IG Dorfteich in Grandenborn einbringen. Gerade hat er einen Bewilligungsbescheid über 3800 Euro von der EU bekommen für eine Abdichtung des Teichs, eine dort geplante Mauer und die Neugestaltung der Schaukästen. Außerdem ist er Mitglied der Gemeindevertretung.

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