300 Löcher in Metallpfosten gebohrt

Helmuth Eisenträger hat zwei Monate lang den Weg am Schindgraben in Röhrda erneuert

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Der Macher: Helmuth Eisenträger hat zwei Monate mit einigen Helfern an dem neuen Geländer und dem Fußweg entlang des Schindgrabens in Röhrda gearbeitet.

Wenn Helmuth Eisenträger durch Röhrda geht, ist er mit jedem noch so kleinen Detail des Ortes vertraut, in dem er geboren ist und in dem er immer gelebt hat.

„Ich bin ein Macher“, sagt der 75-Jährige, dessen letzte große Aktion für sein Dorf die komplette Neuanlage der Geländer und des Fußweges für den Schindgraben ist. Am 16. August hat er mit der Arbeit begonnen, und vorigen Freitag war das Werk vollbracht. „Da haben wir den letzten Pinselstrich gesetzt“, sagt Helmuth Eisenträger. Schindgraben nennt sich ein Teil des Bachlaufs des Aschenborns, der von der oben im Ort gelegenen gleichnamigen Quelle bis ins Tal fließt, wo er in das Flüsschen Netra mündet.

Teilweise fließt der Bach heute unterirdisch, das wurde im Zuge der sogenannten Flurbereinigung zu Beginn der 1970er-Jahre so angelegt. In Röhrda gab es einst sieben Mühlen, doch die waren zu diesem Zeitpunkt längst außer Betrieb. Der Schindgraben ist ein Abschnitt, in dem der Bach fröhlich bergab sprudelt, flankiert von großen, alten Bäumen, die im Sommer Schatten spenden und wie jetzt im Herbst für Farbe sorgen. Doch die Holzgeländer des Weges, der den Bachlauf hier begleitet, waren nach 15 Jahren verrottet. „Wir haben das erneuert, weil dieses schöne Fleckchen schon hätte gesperrt werden müssen, das wäre einfach zu gefährlich gewesen.“

Landesprogramm „Starkes Dorf“

Aus dem Landesprogramm „Starkes Dorf“ erhält der Heimatverein Röhrda, dem Eisenträger seit gut 40 Jahren angehört, im Sommer 3500 Euro – damit kann er das Material bezahlen. „Bevor die Zusage kam, haben wir schon das alte Geländer abgebaut und entsorgt und aufgemessen, was wir an neuem Material brauchen.“

Dann werden 27 Metallpfosten bestellt, Eisenträger bohrt um die 300 Löcher in der Schlosserei Rabe, die Werkzeug und Werkstatträume stellt. Während die Pfosten beim Verzinken sind, bauen Eisenträger und weitere neun Mitstreiter eine Kunststoffplanke, die künftig verhindern soll, dass Schotter und Erdreich abrutschen. Sie streichen, schleifen, schrauben und hämmern – und zwei Monate später ist das Projekt fertig.

„Einer muss immer anfangen, und einer muss immer den Hut aufhaben“, ist Eisenträgers Devise. So kümmert sich beispielsweise sein Bruder Willi um das Bachgelände und harkt dort Laub und pflegt Böschung und Ufer.

15 Plätze im Dorf

„Als Heimatverein kümmern wir uns um rund 15 Plätze im Dorf“, sagt Eisenträger. Dazu gehört unter anderem der Grillplatz, der idyllisch oberhalb des Ortes liegt und einen großartigen Blick auf den Brückenberg bietet. Dach, Grill, Feuerstelle und Kühlschrank gehören dazu. Aber auch die Wassertretstelle im Tal und den Dorfanger, der jetzt ein neues Pflaster hat, gehören dazu. Ebenso wie die Aschenborn-Quelle, aus der jeder durstige Wanderer schöpfen kann.

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