Der Führerschein fürs Pferd

Jugendliche absolvieren Prüfungen für Basispass auf Kreuzhof in Renda

Bestanden: (von links) Pferd Logi mit Norea König, Lea Margraf, Anna Lena Schwarz, die Prüferinnen Kirsten Jurczek und Bea Hein, Pia von Trott zu Solz, Pferd Vindur mit Jamila Triltsch, Marla Foth und Kathrin Thiel (Lehrgangsleiterin). Foto: privat

Renda. Das Kreuzhof-Team um Kathrin Thiel ist spezialisiert auf die Haltung  der Islandpferde aus dem Norden Europas – und wohl das einzige im Kreis, welches das Ablegen des begehrten Basispasses ermöglicht.

Wie wird ein Pferd eigentlich korrekt auf einen Anhänger verladen und transportiert? Welche Futtermittel sind die richtigen, und was haben die Begriffe Tölt und Isländer eigentlich miteinander zu tun? Ganz genau Bescheid wissen darüber nun die Pferdefreunde, welche den Basispass Pferdekunde des Islandpferde-Zuchtverbands (IPZV) auf dem Kreuzhof in Renda abgelegt haben.

Der Basispass ist die Voraussetzung etwa für die weiterführenden Reit- und Freizeitabzeichen Bronze – quasi „der Führerschein fürs Pferd“, wie Lehrgangsleiterin Kathrin Thiel mit einem Lächeln erklärt.

Ein ganz besonderer Kurs hat sich in diesem Jahr zusammengefunden: Norea König, Lea Margraf, Anna Lena Schwarz, Pia von Trott zu Solz, Jamila Triltsch und Marla Foth nämlich, allesamt mit elf beziehungsweise zwölf Jahren sehr jung und – wie sollte es anders sein – pferdeverrückt. Ihr fundiertes Wissen haben sie den dreieinhalb Tagen der Vorbereitung und Prüfung aufs Beste unter Beweis gestellt: Die Frage nach der charakteristischen Gangart der Islandpferde, des Tölts, war da wohl die leichteste Übung. Bestanden haben alle mit Bravour.

Anspruchsvoll ist die Prüfung, die sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil untergliedert. Und so müssen sich die Zwölfjährigen nicht nur mit den Themen Veterinärkunde, Tierschutz und profundem Allegemeinwissen rund um das Islandpferd auskennen, sondern die Tiere beispielsweise auch selbstständig aus der Herde einfangen und holen können. Trab, Tölt, Stillstehen, Wenden – die Prüferinnen Bea Hein und Kirsten Jurczek nahmen die Fähigkeiten der Prüflinge ganz genau unter die Lupe. „Eine Tierärztin demonstrierte zusätzlich das Anlegen eines Huf- und Druckverbands, das Puls- und Fiebermessen sowie das Abhören eines Pferdes“, sagt Kathrin Thiel. Gemeinsam wurde gelernt, geübt, gelacht – und anschließend die hart erarbeiteten Prüfungszeugnisse und Anstecknadeln mit einem kleinen gemeinsamen Fest würdig gefeiert.

„Eine tolle Sache“ sei der Basispass, eigentlich unabdingbar für alle Tierfreunde und auch als Fortbildungsmöglichkeit für Interessierte geeignet. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. „Gern“, sagt IPZV-Trainerin Kathrin Thiel, würde sie das Angebot alle ein bis zwei Jahre wiederholen. Dabei komme es aber auf die Zahl der eingegangenen Anmeldungen an.

Die Prüfung, sagt Kathrin Thiel, war in diesem Jahr auch für sie eine Premiere – und eine Wiederholung sei ausdrücklich erwünscht.

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