Spielstraße als Elternbremse: Die  Leimkaute am Bildungshaus in Röhrda ist jetzt verkehrsberuhigt

Vor dem Bildungshaus Röhrda und für die gesamte Leimkaute gilt eine neue Verkehrsregelung. Der Weg in dem Ringgauer Ortsteil ist jetzt als Spielstraße ausgewiesen.

Nachdem am 18. September dort beinahe ein Kind überfahren worden wäre, hat Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann gemeinsam mit der Polizei Sontra und der Unfallkasse Hessen eine neue Verkehrs- und Parkregelung für die Straße an der Leimkaute getroffen.

„Das Kind ist hinter einem parkenden Fahrzeug vorgerannt und ist beinahe von einem Auto erfasst worden, das dort ziemlich flott unterwegs war“, beschreibt Mario Hartmann die Situation, deren Zeuge er selbst war. Jetzt ist die gesamte Leimkaute, an der das Bildungshaus liegt, als Spielstraße gekennzeichnet. Das heißt, dass hier maximal Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Generell sollen die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, unterhalb der Turnhalle auf dem Festplatz parken und mit ihren Kindern den Fußweg zu Kita und Grundschule nehmen – eine Entfernung von circa 100 Metern.

Für Eltern, die noch ein zweites oder mehr Kinder bei sich haben, sowie für Gehbehinderte ist es erlaubt, die fünf Parkplätze direkt unterhalb des Spielplatzes zu nutzen. Für die Parkplätze direkt an der Turnhalle gilt ein temporäres Parkverbot von Montag bis Freitag zwischen 7 und 14 Uhr. Die insgesamt 13 Parkplätze am Pavillon sind Mitarbeitern von Schule und Kita vorbehalten. Die haben aber signalisiert, dass sie bereit sind, unterhalb der Turnhalle zu parken.

„Eine grundsätzlich gute Lösung ist das nicht“, sagt Stefanie Fey, deren Tochter die Kita besucht. Sie spricht sich dafür aus, dass generell alle unterhalb der Turnhalle parken sollten. Denn die Autos, die um die Kurve fahren, um die Halle zu umrunden, stellen aus ihrer Sicht auch eine potenzielle Gefahr für Fußgänger dar. Regine Blaschke, Mitglied des Elternbeirates der Kita, räumt ein, dass die Regelung zunächst unter der Elternschaft große Wellen geschlagen habe. „Zu den Stoßzeiten zwischen 8 und 8.30 Uhr ist hier ziemlich was los“, beschreibt sie die Situation.

„Aber wenn alle Eltern sich an Regeln halten würden, hätten wir das Problem gar nicht – Kinder sind nun mal unberechenbar“, sagt die Mutter eines zwei- und eines sechsjährigen Kindes. „Da gehen Theorie und Praxis weit auseinander.“

Aus Sicht von Regine Blaschke sei sowieso eine öffentliche Einrichtung nicht verpflichtet, für Parkplätze zu sorgen.

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